Darum gehts
- Waldbrand in Los Gallardos fordert 12 Todesopfer am Donnerstag
- Feuer durch umgestürzte Stromleitung entfacht
- 150 Feuerwehrleute, 5 Löschfahrzeuge, 54 Evakuierte in Notunterkunft
Ein verheerender Waldbrand in Los Gallardos in Andalusien hat mindestens 12 Menschen das Leben gekostet. Das Feuer brach am Donnerstagnachmittag in der Provinz Almería aus, wie die Regionalregierung in der Nacht auf Freitag mitteilte. Laut dem andalusischen Notfalldienst 112 wurden einige Opfer tot in Fahrzeugen gefunden. Auch benachbarte Gemeinden wie Bédar waren stark betroffen. Gemäss aktuellen Meldungen ist die Zahl der Vermissten von 19 auf 23 gestiegen.
Der Gesundheits- und Katastrophenschutzminister von Andalusien, Antonio Sanz , erklärte, dies sei «der verheerendste Brand bisher» (mit den meisten Todesopfern ) in der Region und bezeichnete die Situation als «beispiellose Tragödie», berichtet RTVE. Sanz sprach den Familien sein Beileid aus. «Der Schmerz ist unermesslich. Andalusien trauert, und unsere Gedanken sind bei Almería und allen Betroffenen.»
Brand durch umgestürzte Stromleitung ausgelöst
Laut ersten Zeugenaussagen löste eine umgestürzte Stromleitung den Brand aus. Innerhalb kürzester Zeit griffen die Flammen auf die umliegenden Wälder über. Bis zu 150 Notrufe gingen bei den Behörden ein, die sofort reagierten und den Notfallplan auf die höchste Stufe (Phase 2) setzten. Die Unidad Militar de Emergencias (UME) wurde mobilisiert und unterstützte 150 Feuerwehrleute und fünf Löschfahrzeuge vor Ort, berichtete RTVE.
Hunderte Bewohner aus mehreren Dörfern wie Almocáizar, Los Pinos und La Serena mussten evakuiert werden. In der Region Bédar wurden zwei Menschen verletzt, darunter eine Frau, die mit schweren Verbrennungen ins Spital gebracht wurde. Vier weitere Personen erlitten nach Angaben von RTVE leichte Rauchvergiftungen oder Atemprobleme und wurden vor Ort behandelt.
Mehrheit der Todesopfer wohl Ausländer
Sanz wies darauf hin, dass es sich bei den meisten – oder sogar allen – Todesopfern um ausländische Staatsangehörige gehandelt haben könnte, berichtet RTVE. Laut dem andalusischen Minister hätten die Verstorbenen die von den Rettungskräften markierte Evakuierungsroute verlassen und einen alternativen Fluchtweg durch ein ausgetrocknetes Flussbett gesucht. Dabei seien jedoch vom Feuer eingeschlossen worden.
Auf Anfrage beim Eidgenössischen Amt für auswärtige Angelegenheiten (EDA) heisst es auf Anfrage, dass derzeit keine Informatioenn über Schweizer Opfer vorliegen. Mediensprecher Jonas Montani schreibt, dass die Schweizer Vertretung in Madrid in Kontakt mit den zuständigen Behörden stehe. «Schweizerische Staatsangehörige vor Ort sind gehalten, die Anweisungen der lokalen Behörden zu befolgen», so Montani.
Die Löscharbeiten dauern an, während die Region weiterhin mit schweren Schäden und Verlusten kämpft. Wie Portugal und Frankreich leidet Spanien derzeit unter einer andauernden Hitzewelle. In Teilen Spaniens gilt bereits seit Tagen die höchste Hitzewarnstufe.