Darum gehts
- Ein Wolf soll in Orbicciano eine Familie angegriffen haben, Familienhündin wurde zum Helden
- Bürgermeister äussert sich zum Vorfall
- Zwischen 2017 und 2024 gab es in Italien 19 Wolfsangriffe auf Menschen
Wirbel um einen angeblichen Wolfsangriff im Ortsteil Orbicciano der toskanischen Gemeinde Camaiore. Unter anderem berichtete der «Münchner Merkur» über einen Wolf, der sich einer Familie bedrohlich genähert haben soll. Doch stimmt das wirklich?
Vom 22-Kilo-Hund, der den Angriff angeblich heldenhaft abgewehrt haben soll, sollen am nächsten Tag nur wenige Überreste zurückgeblieben sein. Laut dem Nationalen Verband für den Schutz der Umwelt und des ländlichen Lebens müssen «mindestens drei oder vier Wölfe» Destiny verschlungen haben.
Wolfsangriffe sind selten
Die Story, die wohl sehr viel Fantasie enthält, machte in ganz Italien Schlagzeilen. Marcello Pierucci, Gemeindepräsident von Camaiore, gab dem italienischen TV-Sender «Canale 5» jetzt ein Interview und stellte einige Sachen richtig. Kein Kind sei jemals von einem Wolf angegriffen oder bedrängt worden. Zum Zeitpunkt des Vorfalls habe sich niemand im Freien aufgehalten und es habe keine Angriffe auf Menschen gegeben.
Was Pierucci bestätigte: Der kleine Hund, der sich abends in einem unbewachten Garten am Waldrand aufhielt und ohne seine Besitzer unterwegs war, begegnete einem Wolf und wurde tatsächlich von ihm angegriffen.
Angriffe von Wölfen auf Menschen sind selten. In Italien gab es laut dem Umweltschutz-Institut Ispra zwischen 2017 und 2024 19 Angriffe von insgesamt sieben Wölfen. Elf Attacken waren auf ein einziges Tier zurückzuführen.