Video zeigt Polizei-Grosseinsatz in Stade (D)
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Mehrere Tote nach Schüssen:Video zeigt Polizei-Grosseinsatz in Stade (D)

Vor tödlichen Schüssen
Baby des Stade-Schützen kam mit Schütteltrauma in Klinik

Bluttat im deutschen Stade: In einer Mutter-Kind-Einrichtung sind am Montag sechs Menschen getötet worden. Die Polizei hat den mutmasslichen Schützen gefasst. Hintergrund ist offenbar ein Sorgerechtsstreit.
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In der beschaulichen Stadt Stade fielen mehrere Schüsse.

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • In Stade, Deutschland, tötete ein Mann sechs Menschen in Schutzhaus
  • Motiv war familiärer Streit um dreimonatiges Baby, jetzt in Sicherheit
  • 45-jähriger Täter war polizeibekannt, Herkunft der Waffe unklar

Am Montag gegen 12.15 Uhr fielen in einer Mutter-Kind-Einrichtung an der Dankersstrasse in Stade (D) tödliche Schüsse. Ein 45-jähriger Mann aus der Region Hannover stürmte das Schutzhaus und tötete im Kugelhagel vier Frauen und einen Mann. 

Am Abend verstarb ein weiteres Opfer im Spital. Damit steigt die Zahl der Toten auf sechs. Die Polizei hatte nach mehreren Notrufen ein Grossaufgebot mobilisiert.

Schütze traf sich mit den späteren Opfern

Ein Anwohner beschreibt gegenüber «Bild», wie er die Tat erlebte: «Wir kamen aus der Stadt vom Einkaufen, fuhren in die Einfahrt und waren noch nicht mal richtig ausgestiegen, als wir die Hilfeschreie aus vollem Halse hörten.» Nur kurz darauf habe er zwei bis drei Knallgeräusche gehört. Dann, nach einem Moment der Ruhe, soll gefühlt ein ganzes Magazin geleert worden sein. «Auf einmal war alles verstummt.»

Als Motiv nennt die Polizei einen familiären Streit. Laut der Lüneburger Polizeipräsidentin Kathrin Schuol stritt der Schütze um seine erst drei Monate alte Tochter, die mit der Mutter (34) in der Einrichtung lebte. Wie NDR berichtet, wurde das kleine Mädchen zuvor aus der Familie genommen. 

Als das Baby fünf Wochen alt war, sollen die Eltern es in eine Klinik gebracht haben. Das schreibt die «Süddeutsche Zeitung». Ein Arzt diagnostizierte offenbar ein Schütteltrauma, eine potenziell lebensgefährlichen Hirnverletzung, die durch gewaltsames Schütteln des Babys entstehen kann. Die Eltern sollen dem widersprochen haben. Die Staatsanwaltschaft Hannover soll Ermittlungen wegen Verdachts auf Misshandlung von Schutzbefohlenen aufgenommen haben.

Mutter von Polizei befragt

Auch danach soll es Streit zwischen Eltern und Medizinern gegeben haben. Der Vater des Kindes soll gegen eine Notoperation gewesen sein und schaltete deshalb die Polizei ein. Ärzte der Klinik erstatteten Anzeige gegen den Mann, weil er sie bedroht haben soll. 

Unter Auflagen durfte das Kind zurück zur Mutter. Jedoch nicht zu ihr nach Hause, sondern in die besagte Einrichtung in Stade.

Der Tat ging ein vereinbartes Treffen des Mannes mit Mitarbeitern des Schutzhauses und des Jugendamtes der Region Hannover voraus. Weil der Mann als auffällig galt, sollte dieses in grosser Runde mit mehreren Mitarbeitenden stattfinden. Die Angestellten wurden später zu seinen Opfern. Das Baby wurde mittlerweile in Sicherheit gebracht. Die Mutter und eine weitere Person werden von der Polizei befragt.

Die Spurensicherung suchte den Tatort bis in den Abend hinein mit Metalldetektoren nach Patronenhülsen ab. Neben dem mutmasslichen Schützen hat die Polizei laut Medienberichten auch zwei Frauen festgenommen.

Täter war der Polizei bereits bekannt

Der 45-jährige Angreifer mit türkischen Wurzeln wurde kurz nach der Tat am Stadtrand gefasst, wobei auch die Schusswaffe sichergestellt wurde. Gegen ihn wurde ein Haftbefehl verhängt, wie «Bild» am Dienstag berichtet. 

Wie mehrere Medien berichten und aktuelle Fotos zeigen, flüchtete der Mann nach der Tat mit einem Auto. Während der Fluchtfahrt soll er laut der «Süddeutschen Zeitung» so lange auf Polizisten geschossen haben, bis seine Munition leer war. 

Gefahren wurde das Fahrzeug von einer 65-jährigen Frau, so die örtliche Polizei. Sie soll eine enge Verbindung zur Familie des Verdächtigen haben. Wie ein Nachbar gegenüber «Focus» sagt, hätten mehrere Beamte auf das Fahrzeug geschossen, als sich die Flüchtenden nicht aufhalten liessen.

Waffe angeblich in Berlin gekauft

Eine Erlaubnis für die Waffe, die er sich in der deutschen Hauptstadt Berlin besorgt haben soll, besass er nicht. Hinweise auf weitere Waffen gibt es nicht.

Das Verbrechen geschah an einem Ort, der eigentlich Sicherheit bieten soll: Direkt nebenan befinden sich eine Kita und eine Grundschule. Für diese Kinder bestand laut der Stadt jedoch keine Gefahr. Die Eltern konnten sie sicher abholen. Stadtrat Carsten Brockelmann dankte den Einsatzkräften für ihre Arbeit in dieser unübersichtlichen Lage und sprach den Hinterbliebenen sein tiefes Mitgefühl aus.

«Extrem kaltblütige Gewalttat»

Die niedersächsische Innenministerin Daniela Behrens zeigte sich auf einer Pressekonferenz tief erschüttert: «Das Leid, das der Täter in Stade ausgelöst hat, ist schwer zu begreifen und noch schwerer in Worte zu fassen.» Es handle sich um eine «extrem kaltblütige Gewalttat» ohne politischen oder extremistischen Hintergrund. Die Tat werde die Region noch lange beschäftigen. Die Polizei warnt derweil eindringlich davor, Gerüchte oder ungeprüfte Nachrichten im Netz zu verbreiten.

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