Trump wirft Iran Waffenruhe-Bruch vor
USA greifen Iran erneut an

Die USA haben iranische Militärziele angegriffen, nachdem eine iranische Drohne ein singapurisches Handelsschiff in der Strasse von Hormus traf. Teheran droht mit Vergeltung, die Spannungen in der Golfregion eskalieren weiter. Auch Bahrain meldet iranische Angriffe.
Kommentieren
1/6
Schlägt zurück: US-Präsident Donald Trump.
Foto: AP Photo/Julia Demaree Nikhinson

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • USA greifen iranische Militärziele als Reaktion auf Drohnenangriff an
  • Bahrain meldet iranischen Drohnenangriff, fordert Uno-Massnahmen
  • 136 Staaten unterstützen UNO-Resolution gegen Irans Verletzung internationaler Abkommen

Die USA haben mit gezielten Luftschlägen auf iranische Militärinfrastruktur auf einen Drohnenangriff am Donnerstag auf ein Handelsschiff in der Strasse von Hormus reagiert – und werfen Teheran einen Bruch der Waffenruhe vor.

Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) drohten mit einem «schnellen und entschiedenen» Gegenschlag auf die US-Angriffe, die Amerika «bedauern» werde. Nach eigenen Angaben wurden daraufhin Standorte der US-Streitkräfte in der Region angegriffen. Eine Bestätigung von US-Seite gab es zunächst nicht. Auch wurden zunächst keine Explosionen aus Golfstaaten gemeldet.

Wie das US-Zentralkommando (Centcom) zuvor mitgeteilt hatte, griffen amerikanische Streitkräfte iranische Raketen- und Drohnenlager sowie Küstenradarstellungen an. Auslöser war ein Angriff vom Vortag: Iranische Kräfte trafen das unter singapurischer Flagge fahrende Frachtschiff MV Ever Lovely beim Verlassen der Meerenge entlang der omanischen Küste mit einer Einwegdrohne.

https://x.com/CENTCOM/status/2070607101207232829

Trump reagiert

Die US-Streitkräfte kündigten an, ihre Präsenz in der Region aufrechtzuerhalten und den Schutz von Handelsschiffen weiter zu verstärken. US-Vizepräsident J. D. Vance (41) erklärte: «Gewalt wird mit Gewalt beantwortet.» Wenn der Iran ein Problem mit der Umsetzung des Abkommens habe, «können sie uns anrufen».

Wenige Stunden zuvor hatte US-Präsident Donald Trump (80) gegenüber Reportern seinen Missmut über Teherans abermaligen Bruch der Waffenruhe erklärt: «Mir gefällt es nicht, dass sie einen Schuss abgegeben haben. So etwas sollten sie nicht tun.»

Trump sprach von einer «klaren Verletzung» der bestehenden Waffenruhe durch den Iran: «Offensichtlich handelt es sich um einen dummen Verstoss gegen unser Waffenstillstandsabkommen.» Die Attacke auf die zivile Schifffahrt sei inakzeptabel und gefährde die Stabilität einer der wichtigsten globalen Handelsrouten, durch die ein grosser Teil des weltweiten Öltransports läuft.

Bahrain meldet iranischen Drohnenangriff

Die Spannungen weiteten sich am Samstag weiter aus. Das Aussenministerium des Königreichs Bahrain erklärte, iranische Drohnen hätten im Morgengrauen das Staatsgebiet des Golfstaates angegriffen. Manama verurteilte die Attacke «aufs Schärfste» und sprach von einer eklatanten Verletzung der Souveränität des Landes, einer schweren Bedrohung für die Sicherheit der Bevölkerung sowie einem Verstoss gegen internationales Recht.

Nach Darstellung Bahrains trägt das iranische Regime die alleinige Verantwortung für die Untergrabung der regionalen und internationalen Bemühungen um eine Deeskalation. Teheran verfolge weiterhin einen Kurs der Destabilisierung, exportiere Chaos und gefährde die Sicherheit der gesamten Region.

Neue Kontakte

Parallel dazu gibt es diplomatische Bewegung: Laut arabischen Berichten sollen auf dem Bürgenstock NW in der Schweiz schon am Sonntag und Montag neue technische Gespräche zwischen den USA und Iran stattfinden. Ziel ist es, bestehende Vereinbarungen zu stabilisieren und eine weitere Eskalation in der Golfregion zu verhindern.

Vance eröffnete zudem, dass die USA und der Iran in Doha eine direkte Kommunikationszelle zwischen der iranischen Revolutionsgarde und Centcom eingerichtet haben. Dies soll militärische Zwischenfälle künftig rasch entschärfen und Eskalationen verhindern.

Israel und Libanon melden Durchbruch

Israel und der Libanon haben in Washington ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das nach Angaben von US-Aussenminister Marco Rubio (55) einen ersten Schritt hin zu einem dauerhaften Frieden markieren soll.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanyahu (76) wertete das Abkommen als schweren Schlag für den Iran. Er sagte, Israel halte an der Sicherheitszone im Südlibanon fest, solange die Hisbollah nicht entwaffnet sei und weiterhin eine Bedrohung darstelle.

Hisbollah-Führer bezeichnet Israel-Libanon-Abkommen als «Schande»

Die vom Iran finanzierte und unterstützte Hisbollah lehnt das Abkommen ab und stellt die Autorität der libanesischen Regierung infrage. Die Radikalislamisten warnten davor, dass Versuche zur Durchsetzung des Abkommens zu einem Bürgerkrieg führen könnten. Hisbollah-Führer Naim Kassim (73) sprach am Samstag in einem Statement gegenüber dem Hisbollah-TV-Senders al-Manar von einer «Schande» und «Verzicht auf die Souveränität» durch das Rahmenabkommen. 

Der Hisbollah-Chef erklärte, die Hisbollah werde «als Widerstandsbewegung vor Ort weitermachen» und den bewaffneten Kampf «nicht aufgeben». Er warf den libanesischen Politikern vor, durch die Unterzeichnung des Rahmenabkommens mit Israel eine israelische «Besatzung für viele Jahre» zu legitimieren.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen