Verhöhte heiligen Feiertag
Schweizer droht auf Bali 15-monatige Haftstrafe

Ein Schweizer Tourist hat im März auf Bali einen heiligen Tag verhöhnt – und ein Video gepostet, in dem er höchst Unflätiges in die Kamera ruft. Der Mann wurde festgenommen, ein Verfahren läuft. Nun fordert die Staatsanwaltschaft eine 15-monatige Haftstrafe.
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Der Schweizer Luzian Z. auf Bali in Handfesseln.
Foto: Instagram

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweizer Tourist beleidigt am 19. März auf Bali den heiligen Nyepi-Tag
  • Video des Vorfalls löst Shitstorm aus, Tourist wird festgenommen
  • Schweizer droht 15-monatige Haftstrafe

Ein Schweizer Tourist hat auf Bali einen der heiligsten Feiertage der Insel mit Füssen getreten – und bezahlt nun einen hohen Preis dafür. Am Nyepi-Tag, dem balinesischen «Tag der Stille», am 19. März 2026 ignorierte Luzian Z.* nicht nur die strengen Regeln, sondern postete auch noch ein Video, in dem er in die Kamera rief: «Fuck Nyepi and fuck your rules too.» Scheiss auf Nyepi und scheiss auch auf eure Regeln.

Nyepi ist für die Balinesen weit mehr als ein Feiertag, der dieses Jahr am Donnerstag stattfand: Das balinesische Neujahr steht für Ruhe, Selbstreflexion und spirituellen Neuanfang. An diesem Tag kommt das öffentliche Leben komplett zum Stillstand – kein Licht, kein Feuer, keine Reisen. Menschen werden dazu angehalten, zu Hause zu bleiben. Der Flughafen und Seehäfen sind geschlossen. Wer dagegen verstösst, verletzt eine der tiefsten kulturellen Traditionen der Insel.

15 Monate Haft gefordert

Die indonesische Staatsanwaltschaft forderte nun eine 15-Monative Haftstrafe für Luzian Z., wie lokale Medien berichten. Dabei soll die Zeit, die der Mann bereits in Untersuchungszeit verbracht hat, vom Strafmass abgezogen werden. Laut Anklage verstiess der junge Schweizer gegen Artikel 301 Absatz 1 des indonesischen Strafgesetzbuches. Dieser befasst sich mit der Verbreitung von Hass oder Diskriminierung gegenübr Religionen. Ein Verstoss kann man einer Haftstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden.

Das Video von Luzian Z. verbreitete sich rasend schnell, der Shitstorm folgte prompt. Unter massivem öffentlichen Druck schalteten sich Polizei und Einwanderungsbehörde ein. Z. wurde festgenommen, ein Strafverfahren eingeleitet.

Die bekannte balinesische Senatorin und Designerin Niluh Djelantik (50), die Anzeige erstattet hatte, forderte das Maximum: Strafverfahren, danach Ausschaffung und lebenslanges Einreiseverbot für den Schweizer. Die Politikerin und Schuhdesignerin postete auf Instagram Videoaufnahmen des jungen Mannes in Handfesseln. Die Aufnahmen zeigen auch Djelantik. Sie trägt ein Superman-Leibchen und assistiert der Polizei.

«Ich tue all dies, um das Gesetz zu wahren»

Die prominente Balinesin bedankte sich bei den Behörden: «Herzlichen Dank an die Cyber Crime Unit der Polizei Bali und die Einwanderungsbehörde Bali für die Bearbeitung unserer Anzeige», schrieb sie auf Instagram. «Das Strafverfahren läuft gemäss den geltenden Gesetzen. Danach haben wir beantragt, dass die betreffende Person deportiert und lebenslang mit einem Einreiseverbot belegt wird.»

Später hatte sich Djelantik offenbar gegen Anfeindungen zu verteidigen. Auf Instagram erklärte sie, sie sei nicht dazu verpflichtet gewesen, Anzeige zu erstatten. Sie tat es, «um die Würde dieser Nation und des gesamten Volkes zu wahren. Bitte unterlassen Sie Beleidigungen», fuhr Djelantik fort. «Ich tue all dies, um das Gesetz zu wahren.»

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