Darum gehts
- Iran blockiert seit Sonntag die Strasse von Hormus für Schiffe komplett
- US-Frachter nahe Oman beschossen, Crewmitglied vermisst, Schiff schwer beschädigt
- Trump droht Iran mit 1000 Raketen, neue Vergeltungsschläge treffen iranische Militärziele
Am Freitag hatten die USA vom Iran ultimativ die Bestätigung verlangt, dass Schiffe die Strasse von Hormus frei passieren können. Das Gegenteil geschieht: In der Nacht auf Sonntag kündigten die Revolutionswächter (IRGC) an, die wichtige Wasserstrasse für die Schifffahrt vollständig zu sperren – bis die USA ihre «Einmischung» in der Region beenden.
Ein Schiff sei mit «Warnschüssen» an der Durchfahrt gehindert worden, hiess es. Al Jazeera zitierte einen US-Regierungsvertreter, wonach iranische Kräfte einen unter zyprischer Flagge fahrenden Frachter nahe der Küste Omans mit einer Rakete beschossen hätten.
Wie später aus US-Militärkreisen verlautete, wird ein ziviles Besatzungsmitglied vermisst. Wegen eines Feuers an Bord und erheblicher Schäden im Maschinenraum kann der Frachter seine Reise nicht fortsetzen.
Trump droht Iran mit Vernichtung
Kurz darauf wurden Explosionen aus der iranischen Küstenstadt Buschehr und weiteren südlichen Städten gemeldet. Das US-Zentralkommando (Centcom) bestätigte umgehend die dritte Angriffswelle von Vergeltungsschlägen in dieser Woche. US-Kriegsminister Pete Hegseth (46) kommentierte auf X: «Der Iran hat eine schlechte Entscheidung getroffen. Jetzt muss er dafür bezahlen.»
Auch VAE und Katar melden Angriffe
In den frühen Morgenstunden heulten in Bahrain erneut die Sirenen. Das Innenministerium rief die Bevölkerung dazu auf, Ruhe zu bewahren und geschützte Orte aufzusuchen. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate wurden direkt angegriffen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums konnten Raketen- und Drohnenangriffe abgewehrt werden. Der Katastrophenschutz warnte zugleich vor einer unmittelbaren Raketenbedrohung.
In Katar verschärfte sich die Sicherheitslage ebenfalls. Das Innenministerium bezeichnete die Situation als ernst und forderte die Einwohner auf, ihre Häuser nicht zu verlassen sowie Abstand zu Fenstern und offenen Bereichen zu halten. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums konnte die Luftabwehr einen Raketenangriff erfolgreich abwehren.
Irans Trumpf im Machtpoker
Keine 24 Stunden zuvor hatte US-Präsident Donald Trump (80) Teheran gedroht: «1000 Raketen sind schussbereit und auf die Islamische Republik Iran gerichtet.» Auslöser waren Warnungen vor konkreten Attentatsplänen gegen Trump. Auf Truth Social erklärte der US-Präsident, das US-Militär sei «bereit, willens und fähig», «alle Gebiete Irans innerhalb eines Jahres vollständig zu vernichten».
Jede iranische Provokation werde eine noch viel massivere militärische Antwort auslösen, hatte Trump im Verlauf der Woche gewarnt. Auch die jüngsten Angriffe erfolgen laut Centcom «auf Anweisung des Oberbefehlshabers» – also des US-Präsidenten.
Nicht mehr das Atomprogramm steht im Zentrum des Konflikts, sondern die Strasse von Hormus: Irans wichtigster Trumpf im Machtpoker mit den USA.