Wolltest du gerade einen Mac kaufen? Dumm gelaufen. Denn Apple hat eben seine Preise angepasst – nach oben. Wie das andere Hersteller schon gemacht haben.
So kostet etwa das (ehemals) günstige MacBook Neo mit 679 Franken plötzlich 100 Franken mehr. Beim MacBook Pro sinds mit 1899 Franken gleich 300 Franken mehr.
Blick hat einen Schnellvergleich mit alten und neuen Preisen gemacht. Immer mit dem Basismodell. Wer mehr Speicher oder einen grösseren Bildschirm will, zahlt noch nochmals mehr.
| Vorher | Neu | Anstieg | |
| MacBook Neo | 579 Fr. | 679 Fr. | +17,3 % |
| MacBook Air | 1049 Fr. | 1249 Fr. | +19,1 % |
| MacBook Pro | 1599 Fr. | 1899 Fr. | +18,8 % |
| iMac | 1249 Fr. | 1499 Fr. | +20 % |
| iPad | 349 Fr. | 429 Fr. | +22,9 % |
| iPad Air | 579 Fr. | 729 Fr. | +25,9 % |
| iPad Pro | 999 Fr. | 1149 Fr. | +15,3 % |
| Apple TV | 149 Fr. | 199 Fr. | +33,6 % |
Der Grund heisst ChatGPT, Claude, Gemini & Co. Kurz: KI. Die Welt erlebt einen unglaublichen Boom bei der künstlichen Intelligenz.
Genauer gesagt: KI-Rechenzentren brauchen für ihre Hochleistungs-Chips eine besonders schnelle Speichersorte namens HBM, kurz für High Bandwidth Memory. Dieser Speicher basiert auf DRAM, ist aber viel aufwendiger zu produzieren als normaler Arbeitsspeicher. Branchenanalysten gehen davon aus, dass HBM pro Gigabyte mehr als dreimal so viel Wafer-Kapazität bindet wie herkömmlicher DRAM. Wenn Samsung, SK Hynix und Micron ihre Produktion auf HBM ausrichten, bleibt deshalb weniger Kapazität für normalen RAM übrig – also etwa für MacBooks, iPads, iPhones und PCs. Weil KI-Kunden hohe Preise zahlen und grosse Mengen abnehmen, priorisieren die Hersteller zunehmend dieses Geschäft.
Flash-Speicher für SSDs und Handy-Speicher ist dagegen eine andere Speicherart und wird durch HBM nicht direkt verdrängt.
Apple-CEO Tim Cook sagte dem «Wall Street Journal», eine solche Entwicklung habe er «in über 40 Jahren in keinem Bereich je erlebt».
Immerhin: Bei iPhones bleiben die Preise stabil – aber wohl nur bis zum nächsten Modell im Herbst. Experten gehen davon aus, dass wir dann auch dort einige Hundert Franken mehr aus dem Portemonnaie nehmen müssen.
Schnäppchenjäger aufgepasst
Für Schnellentschlossene gibts noch einen Trick. Der Preisanstieg kam so rasant, dass einige Online-Shops noch die alten, tieferen Preise gespeichert haben. Ein wenig googeln kann sich also lohnen.
Anleger sehen die Preiserhöhung bei Apple kritisch und denken wohl, dass der Konzern weniger Geräte verkauft. Nach Preiserhöhung rasselte der Kurs der Apple-Aktie am Donnerstag um über sechs Prozent in die Tiefe.