Abzock-System in Solothurner Spitälern
FDP-Urgestein Kurt Fluri tritt per sofort als Verwaltungsratschef zurück

Der ehemalige CEO der Solothurner Spitäler, Martin Häusermann, kassierte jahrelang hohe Extrazahlungen, während die Spitäler Verluste einfuhren. Auch Verwaltungsratschef Kurt Fluri steht unter Beschuss – sogar aus der eigenen FDP. Nun tritt er zurück.
Kommentieren
1/6
Profiteur des Systems: Ex-CEO Martin Häusermann kassierte bei der Solothurner Spitäler AG über Jahre unzulässige Zusatzleistungen.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Solothurner Spital-Skandal: Ex-CEO Martin Häusermann kassierte jahrelang unrechtmässige Vergütungen
  • FDP-intern Kritik an Verwaltungsratschef Kurt Fluri – der tritt per sofort zurück
  • Untersuchungsberichte zeigten massive strukturelle Mängel
RMS_Portrait_AUTOR_401.JPG
Tobias BruggmannRedaktor Politik

Während die Solothurner Spitäler AG (SOH) hohe Verluste schrieb, profitierte deren Ex-CEO Martin Häusermann (66) von Extrabatzen. Neue Untersuchungsberichte brachten ans Licht: Häusermann kassierte jahrelang zu viel. Auch andere Mitarbeitende profitierten von einem Vergütungsmodell, das teils gegen das Gesetz verstiess und an den entscheidenden politischen Stellen vorbei aufgebaut wurde (Blick berichtete).

Auch Spitäler-Verwaltungsratschef Kurt Fluri (70) – Ex-FDP-Nationalrat – musste sich unangenehme Fragen gefallen lassen. Sogar aus der eigenen Partei gab es Gegenwind. Am Mittwochabend trat Fluri per sofort als Verwaltungsratspräsident zurück. «Der Regierungsrat des Kantons Solothurn beabsichtigt, mich im Anschluss an eine ‹Aussprache› vom kommenden Freitagmorgen unter einem Vorwand als VRP der soH abzusetzen», zitierte die «Solothurner Zeitung» aus einer Mitteilung Fluris. Dem komme er mit seiner Demission zuvor.

Marcel Müller neuer Verwaltungsratspräsident

Nach dem Abgang von alt FDP-Nationalrat Kurt Fluri an der Spitze der Solothurner Spitäler AG hat der Regierungsrat am Freitag Marcel Müller als neuen Verwaltungsratspräsidenten gewählt. Dieser sass bisher als einfaches Mitglied im Gremium. Der Regierungsrat bekräftigte an einer Medienkonferenz die Forderungen nach klaren und verbindlichen Massnahmen.

Fluri wurde vom Regierungsrat abberufen – nach seiner Rücktrittsankündigung in den Medien habe er den Rücktritt nämlich nicht noch formell eingereicht, hiess es. Die verbleibenden Verwaltungsräte hätten klar zum Ausdruck gebracht, dass man hinter den geforderten Massnahmen stehe und diese umsetzen wolle, so eine Mitteilung.

Stand: Freitag, 10. Juli 2026

Nach dem Abgang von alt FDP-Nationalrat Kurt Fluri an der Spitze der Solothurner Spitäler AG hat der Regierungsrat am Freitag Marcel Müller als neuen Verwaltungsratspräsidenten gewählt. Dieser sass bisher als einfaches Mitglied im Gremium. Der Regierungsrat bekräftigte an einer Medienkonferenz die Forderungen nach klaren und verbindlichen Massnahmen.

Fluri wurde vom Regierungsrat abberufen – nach seiner Rücktrittsankündigung in den Medien habe er den Rücktritt nämlich nicht noch formell eingereicht, hiess es. Die verbleibenden Verwaltungsräte hätten klar zum Ausdruck gebracht, dass man hinter den geforderten Massnahmen stehe und diese umsetzen wolle, so eine Mitteilung.

Stand: Freitag, 10. Juli 2026

Zuvor hatte FDP-Solothurn-Präsidentin Sabrina Weisskopf (36) Zweifel geäussert, dass die Forderungen der Geschäftsprüfungskommission vollumfänglich umgesetzt würden. Die Schwachstellen in der Führung seien «nicht länger akzeptabel», sagte sie gegenüber der «Solothurner Zeitung». 

«Wir fordern den Regierungsrat deshalb auf, die Spitze des SOH-Verwaltungsrats umgehend auszuwechseln», so Weisskopf weiter. Fluris Namen nannte sie nicht, doch dieser ist seit 2022 Verwaltungsratspräsident und beim Solothurner Freisinn eine wichtige Figur. 20 Jahre lang sass er für sie im Nationalrat und war über 25 Jahre lang Stadtpräsident von Solothurn. 

Bereits nachdem die Untersuchungsberichte publik geworden waren, hatte die SVP personelle Konsequenzen gefordert. Sie verlangte in einer Mitteilung unter anderem «den sofortigen Rücktritt der politisch und operativ verantwortlichen Mitglieder des Verwaltungsrates, des Regierungsrates sowie jener Führungspersonen, welche für dieses Organisationsversagen Verantwortung tragen». 

Später legte die kantonale SVP nach. «Es geht hier nicht um kleine administrative Fehler, sondern um ein Führungs- und Kontrollversagen», so Nationalrat und Kantonalparteichef Rémy Wyssmann (59). Die Partei fordert Konsequenzen und prüft auch juristische Schritte. Konkret eine Strafanzeige gegen unbekannt. Zudem müssten unrechtmässige Zahlungen entschlossen zurückgefordert werden. 

Politisch wolle man mit Vorstössen die Wiederherstellung der Aufsicht und Kontrolle sicherstellen. «Dabei wird auch die Einsetzung einer Parlamentarischen Untersuchungskommission geprüft.»

Deutliche Worte von Parteien

Auch für die Die Mitte Solothurn ist klar, dass von den Führungspersonen eine andere Haltung erwartet werden darf: «Aufgrund der Dringlichkeit der Massnahmen ist rasches Handeln gefordert.» Dies zum Beispiel im Hinblick auf die Unterbrechung der Verjährungsfristen. 

Die SP Solothurn meldete sich nach der Publikation der Untersuchungsberichte ebenfalls zu Wort. Sie forderte, dass «genau aufgezeigt wird, wer welche Fehler gemacht und wer welche Pflichten verletzt hat und dass entsprechende personelle Konsequenzen gezogen werden».

Dieser Artikel wurde am 10. Juli 2026 mit einer Box ergänzt.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen