Darum gehts
- Die Stadt Zürich streicht 112 Parkplätze nahe der Werdinsel
- Anwohner kritisieren Wildparkierer und mangelnde Kontrolle durch die Stadtpolizei
- 80 Prozent weniger Parkplätze: Von 138 bleiben nur 26 übrig
Die Werdinsel ist ein Zürcher Badehotspot: An heissen Sommertagen reiht sich dort Badetuch an Badetuch. Hunderte strömen an den Fluss und geniessen die Abkühlung. Für die Quartierbewohnenden wird der grosse Andrang jedoch zunehmend zur Belastung. Die Strasse gegenüber der Insel ist wegen der vielen Autos oft verstopft.
«An schönen Wochenenden war die Winzerhalde oft derart zuparkiert, dass Notfallfahrzeuge nicht mehr durchgekommen wären», erzählt die Anwohnerin Jacqueline Faisst dem «Tages-Anzeiger». Eine andere Bewohnerin berichtet, dass sie wiederholt Autos habe abschleppen lassen müssen, weil diese ihren Parkplatz versperrten.
Frust wegen Wildparkierer
Nun hat die Stadt Zürich entschieden, in der Winzerhalde 112 der 138 Parkplätze zu streichen. Grund für den grossen Parkplatzabbau sind die Erstellung breiterer Trottoirs sowie hitzemindernde Massnahmen.
Für Faisst bringt diese Massnahme aber keine Beruhigung. «Die Leute werden ihr Auto trotzdem irgendwo parkieren», sagt sie. Bereits heute würden sie ihre Autos abstellen, wo es irgendwie gehe. Die Quartierbewohnenden haben die Stadtpolizei mehrfach gebeten, gegen die Wildparkierer vorzugehen. Doch diese verteile an Wochenenden nur selten Bussen.
Weiter schlägt Faisst vor, einen Verkehrsdienst einzusetzen, der an Tagen mit besonders hohem Besucherandrang nur Anwohnende in die Winzerhalde lässt.
Die Dienstabteilung Verkehr bezeichnet die Idee als «zu kompliziert und aufwendig». Ein Sprecher fragt gegenüber Blick: «Was ist mit den Besuchen von Anwohnenden, Lieferdiensten oder Gästen und Kunden von Restaurants und Gewerbe?» Laut Angaben der Stadt reichten die auffällige Signalisierung sowie der Verweis auf den Parkplatz Hardhof aus.
Parkplätze sind in Zürich ein heiss diskutiertes Thema. Ende April machte Blick bekannt, dass in Altstetten-West 240 Parkplätze zugunsten von Velorouten verschwinden sollen. Das sorgte für einen Aufschrei.