Darum gehts
- Deutscher Zoll entdeckt zehn gefälschte Luxusuhren aus China in Paket
- Originaluhren hätten 150'000 Franken gekostet, Plagiate vernichtet
- 2025: Gefälschte Waren aus China im Wert von 417 Mio. Franken beschlagnahmt
Der deutsche Zoll hat am vergangenen Freitag insgesamt zehn Fälschungen von Luxusuhren in einem Postpaket aus China entdeckt. Das geht aus einer Mitteilung des Hauptzollamts Singen hervor. Demnach hatte sich ein junger Schweizer die Plagiate zweier namhafter Luxusuhrenhersteller nach Deutschland schicken lassen.
Die Uhren wurden sichergestellt und die Markeninhaber benachrichtigt, heisst es weiter. In der Regel werden Plagiate im Auftrag der Markeninhaber durch den Zoll vernichtet. Um welche Uhrenhersteller es sich handelt, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Gemäss Zoll drohen dem Mann jetzt zivilrechtliche Verfahren durch die Herstellerfirmen.
Hätte der junge Schweizer die Uhren rechtmässig und im Original in der Schweiz erworben, hätte er rund 150'000 Franken auf den Tisch legen müssen. Wie viel er für die zehn Plagiate bezahlt hat, ist nicht bekannt.
Sonnenbrillen, Taschen, Uhren
«Immer wieder werden vom deutschen Zoll Paketsendungen mit Markenfälschungen festgestellt», sagt Sonja Müller, Pressesprecherin des Hauptzollamts Singen. «Mittlerweile gibt es kaum noch Produkte, die nicht gefälscht werden.»
Im Jahr 2025 habe der deutsche Zoll gefälschte Waren im Wert von rund 446 Millionen Euro (rund 417 Millionen Franken) beschlagnahmt. «Knapp 65 Prozent der Lieferungen kamen aus China», so Müller weiter. Besonders beliebt seien etwa Sonnenbrillen, Taschen, Uhren und Schmuck. Allein hier lag der Warenwert der beschlagnahmten Fälschungen im Jahr 2025 bei über 313 Millionen Euro (rund 293 Millionen Franken).