Darum gehts
- Ein Drittklässler brachte am Dienstag einen Revolver in Selzach SO mit
- Er soll damit ein anderes Kind bedroht haben, niemand wurde verletzt
- Polizei ermittelt: Verstoss gegen Waffengesetz
Lehrer, Eltern und Kinder waren am Dienstag an der Primarschule in Selzach SO voller Sorge: Ein Schüler kam mit einer Waffe. «Es handelte sich um einen Revolver», sagt ein Leserreporter zu Blick. Damit soll der Bub, der laut Leser die dritte Klasse besucht, ein anderes Kind bedroht haben. Verletzt wurde niemand.
Die Kantonspolizei Solothurn bestätigt auf Anfrage von Blick einen Einsatz an der Schule. Eine Bedrohungslage habe es aber zu keinem Zeitpunkt gegeben. Die Polizei sei auch nicht mit Grossaufgebot ausgerückt.
Woher hatte der Junge die Waffe?
Die Jugendpolizei rückte aus und nahm dem Schüler die ungeladene Waffe ab. Jetzt ermittelt die Polizei. «Aufgrund der geltenden Gesetzeslage wird der Sachverhalt wegen eines möglichen Verstosses gegen das Waffengesetz rapportiert und der Jugendanwaltschaft des Kantons Solothurn zur weiteren Bearbeitung übermittelt», sagt Lukas Wyss von der Kantonspolizei Solothurn.
War es ein Revolver? Woher hatte der Junge die Waffe? Wyss zu Blick: «Weitere Informationen können wir Ihnen aufgrund der laufenden Ermittlungen und zum Schutz der Persönlichkeitsrechte nicht mitteilen.
Die Schulleitung informierte die Eltern mit einer Mitteilung, die Blick vorliegt. Darin heisst es: «Nach heutigem Wissen war die Waffe nicht geladen.» Die Schule habe sofort reagiert und nehme den Vorfall sehr ernst.
«Ich konnte es kaum glauben»
Sebastian R.* (39), dessen Kind in die vierte Klasse der Selzacher Primarschule geht, sagt am Donnerstag zu Blick: «Der Fall macht mich wütend. Denn mein Kind hat mir am Mittwoch gesagt, der Junge sei schon wieder am Tag nach der Tat vom Dienstag in die Schule gekommen. Als ich das hörte, war ich schockiert. Ich konnte es kaum glauben. Wer gibt uns Eltern die Garantie, dass nicht nochmals etwas passiert? Noch ein Wort an die Eltern des Jungen: Es ist verantwortungslos, dass sie zulassen, dass ihr Bub an eine Schusswaffe kommen kann.»
Ein Vater eines Selzacher Primarschülers sagte zu Blick: «Es ist bedenklich, dass das Kind überhaupt zu einer Schusswaffe kommt. Das bereitet mir Sorgen. Man muss vor allem die Eltern in die Pflicht nehmen, dass ihre Kinder erst gar nicht an Waffen gelangen. Ich finde, die Schule hat richtig reagiert, in dem sie früh und transparent kommuniziert hat.»
* Name geändert