Die Schlüsselszene
In der 20. Minute schlägt Thuns Michael Heule einen Freistoss in den Strafraum. Der Ball flippert hoch in die Luft, Zagreb-Goalie Ivan Filipovic kommt raus doch greift daneben. Valmir Matoshi schliesst ab, Filipovic macht seinen Bock wieder gut und reagiert blitzschnell. Auch beim zweiten Nachschuss packt er eine Glanzparade aus. Direkt im Anschluss steht das Berner Oberland dann trotzdem Kopf. Zagreb kriegt eine Ecke nicht geklärt. Fabio Fehr flankt erneut und findet den Kopf von Brighton Labeau. Er nimmt das Geschenk von Filipovic an, denn dieser irrt erneut in seinem Strafraum herum.
Das Spiel
Der amtierende Super-League-Meister Thun trennt sich im Hinspiel der zweiten Champions-League-Quali-Runde mit einem 1:1-Unentschieden gegen Dinamo Zagreb.
Beide Mannschaften steigen relativ verhalten ins Spiel und die Partie droht bereits in der Startphase festzufahren. Doch Thun beginnt allmählich, das Zepter zu übernehmen, und setzt die Gäste aus Kroatien immer mehr unter Druck. Besonders mit der Führung ab der 20. Minute im Rücken machen beinahe nur noch die Berner Oberländer das Spiel. Zagreb bleibt es nur noch übrig lange Bälle nach vorne zu schlagen. Ein gefährlicher Distanzschuss aufs Tor gelingt den Gästen, doch Steffen ist zur Stelle. Vor dem Torhüter lässt eine starke Thun-Verteidigung kaum Offensivaktionen zu. Kurz vor der Pause lassen die Oberländer etwas nach, während die Kroaten lauern und zu Abschlüssen kommen. Es bleibt aber bei der Führung nach 45 Minuten.
Die Thuner kommen nach der Pause energisch aus der Kabine und bestimmen zum Beginn der zweiten Halbzeit das Spiel. In den ersten fünf Minuten brennt es gleich mehrfach in der kroatischen Verteidigung. Mit etwas Verzögerung gelingt es auch den Gästen, für Gefahr im Oberländer Strafraum zu sorgen. Nach einem Eckball bringt Zagrebs Dominguez den Ball per Kopf aufs Tor, Steffen steht etwas zu weit draussen und lenkt das Leder beinahe in den eigenen Kasten. Doch die Thuner Verteidigung kann die Situation entschärfen. Die Oberländer geben das Spieldiktat im Anschluss ab und gewähren den Gästen immer mehr Platz. Zagreb schnürt Thun regelrecht ein, während der Gastgeber mittlerweile lediglich auf Konter-Chancen hofft. Den Gästen gelingt es aber nicht die zwischenzeitliche Überlegenheit in Tore umzumünzen. Während der Schlussphase finden die Oberländer wieder in die Spur. Die Partie entwickelt sich zum offenen Schlagabtausch. Dabei gelingt den Gästen kurz vor Schlusspfiff der Ausgleich.
Die Tore
20. Minute, Brighton Labeau, 1:0. Das Momentum aus der vergebenen Doppel-Chance nehmen die Thuner in der nächsten Aktion gleich mit. Fehr flankt aus dem rechten Halbfeld in den Strafraum und findet Labeau. Dieser nickt unbedrängt ein.
86. Minute, Miha Zajc, 1:1. Thuns Gutbub vergibt den Ball unnötig mit einem Fehlpass. Zajc kommt nach einem Pass an der Strafraumgrenze entlang an das Spielgerät und zieht direkt ab. Steffen streckt sich, es klingt dem Thun-Keeper aber nicht zu parieren.
Die Stimmen
Das sagt Thuns Nils Reichmuth nach dem Spiel zu SRF: «Es ist extrem bitter, wenn man so spät noch den Ausgleich bekommt. Wir wussten, was auf uns zu kommt, aber haben es über weite Strecken gut gemacht. Daran müssen wir anknüpfen. Sie haben enorme Qualität, wir mussten viel verteidigen. Wir wollen das Positive mitnehmen, es geht ja bereits am Samstag weiter.»
Der Beste
Brighton Labeau macht vorne die Bälle fest, ist der erste beim Gegenpressing und zeigt auch sonst eine enorm kämpferische Leistung. Das Tor zum 1:0 ist die Krönung für einen gelungenen Saisonstart.
Der Schlechteste
Zagreb-Goalie Ivan Filipovic muss das Gegentor auf seine Kappe nehmen. Auch sonst immer wieder mit kleinen Unsicherheiten, die die Thuner aber nicht weiter ausnutzen können.
So gehts weiter
Am Samstag Samstag steigen die Oberländer um 20.30 gegen Luzern in die neue Super-League-Saison ein. Thuns Rückspiel gegen die Kroaten findet am darauffolgenden Dienstag um 20.00 Uhr in Zagreb statt.
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