Die Schlüsselszene
Die Belarussen dringen zwar nicht oft in die Walliser Hälfte vor, doch jedes Mal ist es gefährlich. Kaum ist Erick Puerto im Spiel, taucht er beim Stand von 1:1 alleine vor Sion-Goalie Racioppi auf, verpasst es aber seine Mannschaft in Führung zu bringen. Ein zweiter Gegentreffer wäre für Sion schwer ins Gewicht gefallen.
Das Spiel
Dem FC Sion ist die lange siebenstündige Anreise nach Sumqayit in Aserbaidschan nicht anzumerken, bereits in den Startminuten vergeben die Walliser gleich mehrere Top-Chancen. Doch es sind die Belarussen, die im leeren Stadion in Führung gehen. Trotz des frühen Rückstands marschieren die Sittener weiter und belohnen sich kurz vor dem Seitenwechsel. Auch nach dem Seitenwechsel behalten die Gäste das Heft des Handelns in der Hand und haben über zwei Drittel Ballbesitz. Aus der spielerischen Überlegenheit können Botelli und Co. sich immer wieder gute Abschlussmöglichkeiten rausspielen, die beste vergibt Nivokazi in der 69. Minute, als er aus spitzem Winkel nur den Pfosten trifft. Anbetracht der Reiseumstände ist das Remis für Sion ein gutes Resultat, mit dem das Weiterkommen im heimischen Tourbillon durchaus im Bereich des Machbaren liegen sollte.
Die Tore
16. Minute, Vladislav Varaska, 1:0: Der Bate-Angreifer zieht von der linken Seite in die Mitte und schliesst aus 16 Metern ab. Sein Abschluss ist für Sion-Keeper Racioppi nicht zu halten.
42. Minute, Winsley Boteli, 1:1: Der Stürmer wird an der Strafraumgrenze halbhoch angespielt, nach der Knieannahme lässt er den Gegenspieler aussteigen und schiebt gekonnt ein.
Der Beste
Nachdem sein erster Treffer zu Recht wegen Offside aberkannt wurde, schlüpfte Winsley Boteli erneut in die Rolle des Retters und erzielt kurz vor der Pause den Ausgleich. Eine verdiente Belohnung für den FC Sion, ebenso wie für den Genfer, der zweifellos der beste Offensivspieler ist. In der zweiten Halbzeit verpasst er es mit einem Distanzschuss knapp, nachzudoppeln, ehe er ausgewechselt wird.
Der Schlechteste
Nur 13 Ballkontakte und kaum Einfluss im Offensivspiel – Yatskevich erlebt einen frustrierenden Abend. Sein Schicksal hätte noch viel trauriger ausfallen können und sogar müssen, wäre er vom Schiedsrichter vom Platz gestellt worden, nachdem er Kronig mit dem Fuss ins Gesicht getreten hat.
Das gab zu reden
Weil Belarus im Krieg gegen die Ukraine beteiligt ist, darf Bate Borisov seine Heimspiele im Europacup nicht zu Hause austragen. Aus diesem Grund findet das Spiel in der aserbaidschinischen Küstenstadt Sumqayit statt.
Der Schiedsrichter
Hätte Sion mehr als eine Stunde lang mit elf gegen zehn spielen sollen? Nach dem üblen Foul von Yatskevich an Kronig tendiert man zu einem Ja. Doch der Schiedsrichter hat anders entschieden.
Die Fans
Aufgrund der Massnahmen gegen belarussische Vereine infolge des Krieges zwischen Russland und der Ukraine sind keine Fans im Stadion anwesend.
So gehts weiter
Sion bekommt es zum Saisonstart am Sonntag mit den Young Boys zu tun über (ab 14 Uhr). Das Rückspiel findet am kommenden Donnerstag im Tourbillon statt (ab 20.15 Uhr)





