Keine Pause trotz Heim-Turnier
Jetzt dreht die US-Liga komplett durch

Wahnsinn in der MLS! Klubs kassieren Ablöse für fremde Spieler. Und die US-Liga spielt über den Sommer durch, obwohl viele Stars und die eigene Nationalmannschaft bei einem grossen Turnier im Einsatz stehen.
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Luis Suárez (l.) und Lionel Messi fehlen ihrem MLS-Klub Inter Miami in den kommenden Wochen.
Foto: Getty Images
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Lucas WerderReporter Fussball

Nach zwölf Jahren in Schwarz-Gelb verabschiedet sich Klublegende Marco Reus (35) aus Dortmund. Den langjährigen BVB-Captain zieht es wohl in die USA, LA Galaxy ist heiss auf den Mittelfeldspieler. Doch um den Deal unter Dach und Fach zu bringen, muss sein neuer Klub für den vertragslosen Reus eine Ablösesumme zahlen. Aber nicht etwa an Dortmund, sondern an den Ligakonkurrenten Charlotte FC.

Dahinter steckt eine kuriose Regelung. In der MLS kann jeder Klub bis zu sieben Spieler, die noch nicht in der höchsten US-Liga unter Vertrag stehen, auf seine «Discovery List» setzen. Das geht sogar, wenn dieser Spieler überhaupt nicht die Absicht hat, in die MLS zu wechseln. Im Fall von Reus muss LA Galaxy jetzt für die «Discovery Rights» rund 350'000 Franken an Charlotte überweisen, das den ehemaligen deutschen Nationalspieler auf seine Liste gesetzt hat.

Mit dieser Sonderregel möchte die MLS ein Wettbieten um grosse Stars verhindern und auch kleineren Klubs die Chance geben, namhafte Spieler zu verpflichten. Es ist aber nicht die einzige aussergewöhnliche Richtlinie, die einem Reus-Wechsel in die USA im Weg steht. Zurzeit kann jedes MLS-Team maximal drei «Designated Players» unter Vertrag nehmen. Nur deren Löhne dürfen über der vorgeschriebenen Gehaltsobergrenze liegen. Weil LA Galaxy aber aktuell schon drei solche Spieler unter Vertrag hat, könnte Reus «nur» einen Jahreslohn von umgerechnet 1,5 Millionen Franken einstreichen.

Keine Pause trotz Länderspielen

Doch nicht nur bei den Regeln geht die US-Liga einen ungewöhnlichen Weg. Auch beim Spielplan machen die MLS-Bosse ihr ganz eigenes Ding. Dass die Liga in den kommenden Wochen keine Pause einlegt, obwohl in Europa die EM stattfindet, mag noch verständlich sein. Schliesslich wurden die europäischen Ligen im Januar und Februar auch nicht unterbrochen, als in der Elfenbeinküste der Afrika-Cup ausgetragen wurde.

In diesem Sommer findet aber nicht nur in Europa ein grosses Turnier statt. Am 20. Juni beginnt die südamerikanische Copa América, an der diesmal auch die US-Nationalmannschaft teilnimmt. Die heimische Meisterschaft deshalb zu pausieren, kommt für die MLS-Bosse aber trotzdem nicht infrage. Doch es wird noch absurder: Denn wo findet die Südamerika-Meisterschaft in diesem Jahr statt? Genau. In den USA!

MLS fehlen Stars wie Messi und Suárez

«Wir können es uns nicht leisten. Wenn wir die Liga pausieren und Spiele verlieren, hat das Auswirkungen auf unsere Spieler, unsere Partner und unsere Fans», so MLS-Commissioner Don Graber. Aufgrund des dichten Terminkalenders sei es auch nicht möglich, Spiele zu verschieben.

So wird die MLS in den kommenden Wochen ohne viele grosse Namen auskommen müssen. Die besten europäischen Spieler wie Xherdan Shaqiri und Daniel Gazdag (Ungarn) stehen an der EM im Einsatz. Und neben den besten US-amerikanischen Profis spielen auch grosse Stars der Liga wie Lionel Messi und Luis Suárez mit ihren Nationalteams in der Copa América.

Womit wir wieder beim Charlotte FC wären. In dessen Stadion findet am 10. Juli einer der beiden Copa-Halbfinals statt. Dafür werden die Fans im Bank of America Stadium einige Tage zuvor gegen Inter Miami wohl nicht in den Genuss der Miami-Stars Messi und Suárez kommen. Immerhin kann sich der Klub vielleicht schon bald mit 350'000 Franken Reus-Ablöse trösten.

MLS Eastern Conference
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Nashville SC
Nashville SC
17
21
39
2
Inter Miami CF
Inter Miami CF
17
13
37
3
New England Revolution
New England Revolution
16
7
29
4
Chicago Fire
Chicago Fire
16
8
26
5
New York City FC
New York City FC
17
7
25
6
Charlotte FC
Charlotte FC
17
3
25
7
FC Cincinnati
FC Cincinnati
17
-1
23
8
New York Red Bulls
New York Red Bulls
17
-11
22
9
DC United
DC United
17
-3
22
10
Orlando City SC
Orlando City SC
17
-16
20
11
Columbus Crew
Columbus Crew
17
-2
19
12
FC Toronto
FC Toronto
17
-8
16
13
CF Montreal
CF Montreal
17
-11
15
14
Philadelphia Union
Philadelphia Union
17
-9
13
15
Atlanta United FC
Atlanta United FC
17
-13
12
Playoffs
Qualifikationsspiele
MLS Western Conference
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Vancouver Whitecaps FC
Vancouver Whitecaps FC
16
21
33
2
Los Angeles FC
Los Angeles FC
18
16
33
3
San Jose Earthquakes
San Jose Earthquakes
17
15
33
4
Real Salt Lake
Real Salt Lake
16
4
26
5
Houston Dynamo
Houston Dynamo
16
-1
26
6
FC Dallas
FC Dallas
17
7
26
7
Saint Louis City SC
Saint Louis City SC
17
0
25
8
Seattle Sounders
Seattle Sounders
16
-1
24
9
FC Minnesota United
FC Minnesota United
17
-5
23
10
Portland Timbers
Portland Timbers
17
-1
21
11
Los Angeles Galaxy
Los Angeles Galaxy
18
-5
21
12
San Diego FC
San Diego FC
17
3
20
13
Colorado Rapids
Colorado Rapids
17
1
19
14
Austin FC
Austin FC
17
-13
17
15
Sporting Kansas City
Sporting Kansas City
17
-26
14
Playoffs
Qualifikationsspiele
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