Gegner erhebt Vorwürfe
Werden Messi und Co. von der Fifa bevorteilt?

Seit Tagen kursieren im Internet Theorien, dass Weltmeister Argentinien von den Schiedsrichtern und der Fifa bevorteilt wird. Argentiniens Trainer Lionel Scaloni sagt vor dem Viertelfinal-Duell mit der Nati, dass es schon 1986 solche Stimmen gegeben habe.
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Werden Lionel Messi und Argentinien von der Fifa und den Schiedsrichtern bevorteilt?
Foto: AP Photo/Charlie Riedel
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Christian FinkbeinerStv. Fussballchef

Ein Thema kocht in den Tagen vor dem Duell zwischen der Nati und Argentinien besonders hoch. Wird der Titelverteidiger bevorteilt? Wollen die Fifa und ihr Präsident Gianni Infantino, dass Superstar Lionel Messi (39) an seiner letzten WM erneut in den Final kommt? In den sozialen Medien erhält man zumindest den Eindruck, dass diese Theorie viele Unterstützer hat. Die Fifa hat mit der nicht gegebenen Roten Karte gegen Messi im Startspiel gegen Algerien und mit dem Fall Balogun zumindest keine Argumente geliefert, damit solche Theorien als total absurd abgetan werden müssten.

Ägyptens Trainer Hossam Hassan erhob nach der 2:3-Niederlage gegen den Weltmeister in den Achtelfinals schwere Vorwürfe gegen den französischen Schiedsrichter wegen einiger Entscheide, die zuungunsten der Ägypter, aus neutraler Sicht aber zumindest vertretbar gewesen sind. Seit diesem Spiel hat das Thema aber zusätzlich an Fahrt aufgenommen. Unzählige Videos, KI-generierte Grafiken und Kommentare kursieren, in denen Hassans Vorwürfe untermauert werden.

Scalonis Vergleich mit 1986

So zum Beispiel die Mimik von Fifa-Präsident Infantino bei den Toren Ägyptens. Oder ein Video mit allen groben Fouls von Argentiniens Innenverteidiger Cristian Romero, der noch immer nicht verwarnt worden ist – was in Anbetracht der Bilder ein Hohn ist. Oder eine Statistik, die besagt, dass von allen acht Viertelfinalisten Argentinien pro Anzahl begangener Fouls am wenigsten Gelbe Karten bekommen hat (über 20 Fouls pro Verwarnung). Die Liste liesse sich beliebig erweitern.

Am Tag vor dem Duell mit der Schweiz wird Argentiniens Trainer Lionel Scaloni (48) darauf angesprochen. «Wir hatten das Thema schon vor 40 Jahren. Als Argentinien 1986 Weltmeister wurde, hiess es, dass wir bevorzugt worden wären. Das ist nichts Neues, seit ich Argentinien kenne.» Zur Erinnerung: 1986 gewann Argentinien den Viertelfinal gegen England 2:1, wobei Diego Maradona das 1:0 per Hand erzielte. «Die Hand Gottes», wie er später zu Protokoll gab.

«Das motiviert meine Spieler noch mehr»

Auch Murat Yakin (51) wird auf dieses Thema angesprochen. Doch der Nati-Trainer bleibt cool. «Die Argentinier haben eine harte Gangart und zeigen sehr viel Leidenschaft und Härte. Das machen sie clever», so Yakin. Wenn man da nicht dagegenhalte, habe man keine Chance. «Aber man muss es auf dem Platz richten und nicht mit Worten nach dem Spiel. Das hat nichts mit Fairness zu tun.»

Auch Scaloni kann mit den Vorwürfen entspannt umgehen. «Es gibt viele, die uns vielleicht nicht unterstützen, weil wir Weltmeister geworden sind», so der Erfolgscoach. «Aber das motiviert meine Spieler noch mehr.» Er selbst glaubt, dass es in Zeiten des VAR schwierig geworden sei, bevorteilt zu werden. Zumindest den hat es 1986 noch nicht gegeben. 

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