Halbbruder Ertan verrät, wie Murat Yakin früher war
«Darum wollte ich seine Mentalität verändern»

Ex-Fussball-Profi Ertan Irizik (56), verrät wie sein jüngerer Halb-Bruder Murat Yakin als Kind war und weshalb die ganze Familie ihn bewundert.
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Halbbruder Ertan Irizik spricht mit Blick über die jungen Jahre von Murat Yakin.
Foto: Nick Soland
Michael Wegmann

«Muri ist ein Phänomen. Wenn er in einen Raum kommt, füllt er diesen aus. Er hat eine Ausstrahlung, wie sie nur wenige haben. Sein Lächeln, sein schlendernder Gang, diese Ruhe. So war er eigentlich schon immer. Und was er anfasst, gelingt ihm. So wie jetzt diese WM-Qualifikation – das war schon unglaublich. Die ganze Familie – und wir sind doch mittlerweile 60 Personen – ist stolz auf ihn. Eigentlich schauen wir alle ein wenig zu ihm hoch, taten wir schon, bevor er Nati-Trainer wurde.

«Muri ist da, wenn man ihn braucht»

Muri ist da, wenn man ihn braucht. Für seine Familie, für seine Freunde. Und er ist sehr grosszügig, ohne dass er jeweils eine Gegenleistung erwartet.

Diese Coolness, diese Ruhe hatte er schon als Bub. Als er mit 16 zu GC wechselte, versuchte ich, seine Mentalität ein wenig zu ändern. Ich wollte, dass er auf dem Platz explosiver, kämpferischer wird. Weil ich das Gefühl hatte, dass er mit seiner Art keine grösseren Transfers mehr machen würde. Denn Muri spielte teilweise derart unaufgeregt Fussball, dass es den Anschein hätte machen können, dies alles würde ihn gar nicht berühren. Doch Muri kann man nicht ändern. Er spielt, wie er ist. Nie nervös, jederzeit alles im Überblick. Muri war wie ein Radar. Und er war ausserordentlich talentiert – genau wie sein Bruder Hakan. Ich habe mit den beiden schon in unserer Wohnung in Pratteln Fussball gespielt, da waren sie gerade mal zweijährig. Ihr Ballgefühl und ihre Koordination waren unglaublich.

«Schon als Bub hatten ihn alle gern»

Ob ich damals bereits gewusst habe, dass Muri später Fussballprofi werden würde? Nein, natürlich nicht. Er hätte auch Handballprofi werden können, so wie er die Bälle geworfen hat. Dass die ganze Schweiz Muri so schnell ins Herz geschlossen hat, verwundert mich nicht. Schon als Bub hatten ihn alle gern.»

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