Kommentar zu Yakins WM-Aufgebot
Konsequent, aber hoffentlich ohne Konsequenzen

Bleibt zu hoffen, dass Murat Yakins WM-Aufgebot keine Konsequenzen hat, meint Blick-Fussballchef Tobias Wedermann.
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Das WM-Kader von Nati-Coach Murat Yakin steht.
Foto: TOTO MARTI
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Tobias WedermannFussballchef

Wer gerade live zuschauen möchte, wie einem Cheftrainer die Nomination für den WM-Kader entgleitet, darf über die Grenze nach Deutschland blicken. Nach einem öffentlich ausgetragenen Zwist mit Stürmer Deniz Undav folgt nun Julian Nagelsmanns Eiertanz um ein mögliches Comeback von Über-Goalie Manuel Neuer.

Mit solchen Problemen und Nebenschauplätzen hat Murat Yakin aktuell gar nichts am Hut. Und das liegt neben den ausbleibenden Verletzungen fast ausschliesslich an ihm. Denn seit Monaten bleibt der Schweizer Nati-Trainer seiner angekündigten Linie mit Blick auf die WM konsequent treu. Wer bis jetzt seine Chance – und wenn diese noch so kurz gewesen ist – nicht gepackt hat, ist raus. Es geht um Erfahrung, Teamchemie, Leistung, Momentum und Zahlen. Alles wird dem Erfolg am Turnier in Nordamerika untergeordnet. Die Entscheidungen sind teils hart, aber allesamt nachvollziehbar. Mit Christian Fassnacht und Cedric Itten entscheidet sich Yakin für insgesamt 44 Skorerpunkte, klare Rollenprofile und gegen ein Sturm-Experiment namens Joël Monteiro. Doch da ist auch noch das grösste Talent der Super League: Alvyn Sanches.

Sanches, der Zauberlehrling aus Lausanne, der die Super-League-Fans regelmässig begeistert, bleibt zu Hause. Die Nicht-Nomination ist eine dicke Überraschung und birgt ein grosses Risiko. Denn auch wenn es zu Yakins Linie passt, wäre ein weiterer Verlust eines Schweizer Toptalents nach Leon Avdullahu und Albian Hajdari äusserst bedauernswert. Sanches könnte nach drei Testspieleinsätzen für die A-Nati immer noch für eine andere Nation auflaufen. Bleibt also zu hoffen, dass diese Entscheidung keine Konsequenzen hat – und ein kurzfristiger Wechsel zu den WM-Teilnehmern Kap Verde oder Portugal ausbleibt.

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