Am späten Montagabend platzt die Bombe. Das International Football Association Board (Ifab), das Gremium der Regelhüter des Fussballs, gibt bekannt: Den Fall Embolo hätte es nie geben dürfen. Die «Mistaken Identity»-Regel hätte nie so weit gefasst werden dürfen, wie es während des Turniers passiert ist. Auf Deutsch: Ref João Pinheiro hätte im WM-Viertelfinal gegen Argentinien Breel Embolo nach Videostudium nicht mit Gelb-Rot vom Platz stellen dürfen.
Das ist ein Witz. Ein Desaster. Eine absolute Vollkatastrophe. Der Weltfussballverband, also die Organisation, die sicherstellen müsste, dass die Regeln des Spiels eingehalten werden, versteht die Regeln des eigenen Sports nicht.
Wir dürfen uns schon fragen: Was machen die den ganzen Tag? Hätte man das nicht im Vorfeld klären können? Und: Wer tritt jetzt zurück?
Man muss sich das noch einmal vor Augen führen. Die Schweiz steht zum ersten Mal in der Fussball-Neuzeit im WM-Viertelfinal. Hat gegen Argentinien soeben ausgeglichen und das Momentum auf ihrer Seite, der Weltmeister taumelt. Eine Sensation liegt in der Luft. Eine sporthistorische Sternstunde. Und dann fliegt Embolo vom Platz, weil bei der Fifa einer nicht in der Lage war, die Ifab-Regelung richtig zu verstehen. Unfassbar.
Gianni Infantino wird wieder beleidigt sein. Eben erst hat der Fifa-Boss sich öffentlich über die bösen Journalisten aufgeregt, die es wagen, die Judihui-Propaganda des Fussball-Weltverbandes nicht unhinterfragt weiterzugeben.
Vielleicht würde es helfen, sich mit weniger Ja-Sagern zu umgeben. Und sich stattdessen darauf zu fokussieren, die Basics im Griff zu haben, statt wie im Fall Balogun die Regeln für die Bedürfnisse von Staatspräsidenten zurechtzubiegen.
P.S.: Zwei Dinge dürfen wir aber nicht vergessen: Die Fifa mag die Regel nicht richtig verstanden haben – wie sie solche Vorfälle handhaben will, hat sie den Teams im Vorfeld aber kommuniziert. Und: Ein Opfer ist Embolo trotzdem nicht. Seine Schwalbe bleibt ein Betrugsversuch. Wie ein Temposünder, der in der 30er-Zone offensichtlich zu schnell gefahren ist. Aber dann stellt sich heraus, dass das Radargerät nicht geeicht war.
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