«Sind uns dessen bewusst»
Servette-Zuzug war wegen fahrlässiger Tötung verurteilt

Servette verstärkt seinen Sturm: Von Hellas Verona stösst Mathis Lambourde zu den Genfern. Der 20-Jährige wurde vor zwei Jahren verurteilt.
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Servette holt mit Mathis Lambourde (r.) einen neuen Stürmer.

ÉquipeNach dem Abgang von Jérémy Guillemenot hat Servette einen Nachfolger auf der Stürmer-Position gefunden: Die Genfer verpflichten Mathis Lambourde. Der 20-jährige Franzose stand zuletzt während zweier Saisons beim Serie-A-Klub Hellas Verona unter Vertrag, verbrachte die abgelaufene Spielzeit aber beim Zweitligisten Reggiana, wo er in 24 Spielen vier Tore erzielte. Bei Servette unterschreibt der ehemalige Rennes-Junior einen Vertrag bis im Sommer 2030. Es ist eine Verpflichtung, die aufgrund einer schrecklichen Vorgeschichte Fragen aufwirft.

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Abseits des Fussballplatzes sorgte Lambourde vor zwei Jahren für einen Todesfall. Der damals 18-Jährige fuhr auf einem für den Verkehr gesperrten Gehweg im französischen Rennes mit einem E-Scooter eine 51-jährige Fussgängerin um. Die Frau starb sechs Tage später an den Folgen des Unfalls. Lambourde wurde wegen fahrlässiger Tötung zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Opfer hatte keine Chance auszuweichen

Das Urteil der Richterin in Rennes damals: «Fahrlässige Tötung und das Fahren eines Trottinetts ohne Versicherung.» Die zusätzlichen belastenden Umstände: «Dies auf einem für den Verkehr gesperrten Gehweg, mit einem Beifahrer – was ebenfalls verboten ist – und mit einer Geschwindigkeit, die das Schritttempo überschreitet.» Dies schilderte damals die französische Tageszeitung «Ouest France».

Die Worte des Staatsanwalts: «Es handelt sich um einen jungen Mann, der jemanden getötet hat, ohne es zu wollen. Doch all seine Handlungen haben zu diesem Todesfall geführt. Auch wenn er nur mit 20 km/h fuhr, legte er die Strecke von 15 Metern in zwei Sekunden zurück.» Das Opfer habe keine Chance mehr gehabt, ausweichen zu können.

Servette hat Situation beurteilt

Wie die «Equipe» berichtete, seien sämtliche Alkohol- und Drogentests beim damaligen Teenager negativ ausgefallen. Später habe Lambourde im Beisein seines Teamkollegen die fahrlässige Handlung eingeräumt und sich «zutiefst» bei der Familie des Opfers für die Tragödie entschuldigt. Er ist mit der Bewährungsstrafe davongekommen.

Man sei sich dieser Tat und des Urteils bewusst, schreiben die Genfer in der Transfer-Mitteilung, und habe die Situation vor der Verpflichtung des Stürmers eingehend analysiert. Dabei sei man aber zum Schluss gekommen, dass Lambourde «die Möglichkeit verdient, seine Karriere in einem strukturierten Umfeld fortzusetzen, wo er vollumfänglich begleitet und in die Verantwortung genommen wird.»

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