Die Schlüsselszene
Eine vermeintlich ungefährliche Szene in der 76. Minute entscheidet das Spiel. Der linke FCB-Verteidiger Coleen Louis rennt ohne Ball in den Strafraum, Servette-Abwehrmann Houbalang Mendes stolpert völlig unnötig in seine Beine – und Schiedsrichter Urs Schnyder gibt den Penalty, der den FCB zum Sieger macht.
Das Spiel
Das grosse Spektakel ist dieser Saisonstart in Genf noch nicht. Die Partie kommt schleppend in die Gänge, das Geschehen ist geprägt von Missverständnissen und Stockfehlern, es fehlt der Rhythmus und das Tempo. Vereinzelt kommen beide Teams vor der Pause aber doch zu aussichtsreichen Szenen. Basel ist im Pech, dass Daniliucs Traum-Volley nur an die Latte klatscht (23.), die Genfer müssen sich an die eigene Nase fassen, dass sie ihre Chancen mit schwachen Abschlüssen ungenutzt lassen.
Nach dem Seitenwechsel nimmt das Spiel kurzzeitig etwas Schwung auf. FCB-Neuzugang Asane Sow spielt bei einem Konter sein Tempo aus, versagt im Abschluss aber ebenfalls (56.). Auf der Gegenseite retten die Fingerspitzen von Basels Ersatzgoalie Mirko Salvi nach einem Stevanovic-Distanzversuch (58.). Sonst ist es ein zäher Kick in Genf, der wenig überraschend einen Penalty braucht, um doch noch einen Sieger zu ermitteln.
Das Tor
78. Minute, Zan Celar, 0:1. Der slowenische Sturm-Neuzugang – bis dahin kaum zu sehen – verwandelt einen Foulpenalty souverän rechts unten.
Die Stimmen
Zan Celar (FCB, gegenüber Blue): «Es war ein guter Start in einem harten Spiel. Wir haben bis zum Schluss als Team gekämpft und wichtige drei Punkte geholt. Wir haben eine gute, junge Truppe. Wir sind sehr froh über den Sieg, hoffentlich geht es so weiter. Ich versuche dem Team im Saisonverlauf mit möglichst vielen Toren zu helfen.»
Marco Burch (Servette, gegenüber Blue): «Wir waren eigentlich sehr gut drin. Basel hatte auch ein, zwei sehr gute Chancen. Am Ende fehlen uns die Tore und Basel konnte per Penalty eines erzielen. Das Spieldiktat hat sich abgewechselt. Es war, glaube ich, ein Penalty. Es war sehr unglücklich, er kommt von hinten. Vielleicht musst du gar nicht runter in den Zweikampf gehen. Aber kein Vorwurf, wir könnten auch besser verteidigen und die Tore vorne machen.»
Der Beste
Schwierig in einem unterdurchschnittlichen Spiel mit lauter maximal durchschnittlichen Spielern. Nehmen wir Zan Celar, weil er dem FCB das Versprechen gibt, dass in dieser Saison ab und an mal ein Penalty versenkt wird.
Der Schlechteste
Houbalang Mendes verschuldet komplett unnötig den Elfmeter, der sein Team auf die Verliererstrasse bringt.
Das gab zu reden
Der Schweizer WM-Held Johan Manzambi (20) bekommt vor dem Spiel ein Servette-Trikot mit der Nummer 44 überreicht. Möglich, dass es das einzige Servette-Trikot in Manzambis Sammlung bleiben wird. Auch wenn er im Pausen-Interview mit Blue auf die Frage, ob er irgendwann mal für Genf spielen wird, sagt: «Das wäre sehr schön. Aber ich weiss nicht, was die Zukunft bringen wird.» Vorerst geht er für rund 60 Millionen Franken zu Aston Villa. Dass er damit der Schweizer Rekordtransfer ist, beeindruckt ihn wenig: «Das weiss ich. Aber für mich heisst das nichts. Ich habe als Kind davon geträumt, in der Premier League zu spielen. Jetzt habe ich die Chance. Ich muss einfach weitermachen wie letzte Saison.»
Die Fans
Servette hat auf diese Saison hin die Preise für die Dauerkarten gesenkt. Der Klub verzichtet ausserdem darauf, die Tickets für Spitzenspiele teurer zu verkaufen. Ausserdem soll ab dem 20. August das Stadion optisch verkleinert werden. Alles, um mehr Fans und mehr Stimmung ins Stade de Genève zu bekommen. Der Erfolg zum Saisonstart ist mager. Bloss 8351 wollen das Spiel gegen Basel sehen.
Die Schiris
Schiedsrichter Urs Schnyder wird zweimal gnadenlos ausgepfiffen, als er pro Halbzeit eine Trinkpause anordnet. Dabei ist es in Genf wirklich heiss und klebrig. Und die Pause dauert auch bloss eine Minute. Vor den Hydration Breaks der Fifa hätte sich niemand drüber genervt. Den Elfmeter gibt Schnyder richtigerweise und ohne zu zögern.
So gehts weiter
Mit dem internationalen Geschäft haben beide Teams in dieser Saison nichts am Hut. So bleibt beiden Mannschaften bis zum nächsten Samstag, 18 Uhr, eine ganze Woche Zeit, die nächste Partie vorzubereiten. Einen Vorteil hat man damit aber nicht. Denn auch Lausanne (gegen Basel) und der FCZ (gegen Servette) spielen nicht in Europa.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | BSC Young Boys | 1 | 2 | 3 | |
2 | FC Thun | 1 | 2 | 3 | |
3 | FC Lugano | 1 | 1 | 3 | |
3 | FC St. Gallen | 1 | 1 | 3 | |
5 | FC Basel | 1 | 1 | 3 | |
6 | Grasshopper Club Zürich | 1 | 0 | 1 | |
6 | FC Lausanne-Sport | 1 | 0 | 1 | |
8 | FC Vaduz | 1 | -1 | 0 | |
8 | FC Zürich | 1 | -1 | 0 | |
10 | Servette FC | 1 | -1 | 0 | |
11 | FC Sion | 1 | -2 | 0 | |
12 | FC Luzern | 1 | -2 | 0 |






