Zahlen sprechen für sich
Die Gründe für den Winti-Abstieg

Vier Jahre nach dem Aufstieg verabschiedet sich der FC Winterthur wieder in die Challenge League. Weil Winti im kapitalen Spiel gegen GC Winti-Dinge tut, statt den Bus zu parkieren. Und weil man auf dem Transfermarkt wie auf einem Wühltisch agierte.
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Ob die Winti-Fans auch in der Challenge League in Scharen auf die Schützi pilgern werden?
Foto: keystone-sda.ch
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Stefan KreisReporter Fussball

Geld schiesst keine Tore! Das wohl berühmteste Fussballzitat, ausgesprochen von Trainer-König Otto Rehhagel (87), ist grundsätzlich Quatsch. Weil die reichen Klubs in beängstigender Regelmässigkeit auch die meisten Pokale hamstern.

Kein Geld schiesst keine Tore. Und kassiert massiv! Oder um es auf Absteiger Winterthur umzumünzen: Bloss 44 Treffer in 37 Spielen. Bloss fünf Spiele gewonnen. 97 (!) Gegentore. Der FCW spielt in der nächsten Saison völlig zu Recht in der Challenge League. Gründe für den Abstieg gibts genug. Blick nennt deren drei.

Mit Risiko ins Verderben

Eines muss man FCW-Coach Patrick Rahmen lassen: Er hat es durchgezogen. Und seinen Wunschfussball spielen lassen. Offensiv, attraktiv und ballorientiert. Vor zwei Jahren schaffte es Rahmen mit Winti damit in die Top-6 und sorgte für Wellen der Euphorie auf der Schützenwiese. Damals hatte der FCW zum selben Zeitpunkt 26 Zähler mehr auf dem Konto.

Im pickelharten Abstiegskampf aber geht es in erster Linie darum, den Bus vor dem eigenen Tor zu parkieren. Und eine 2:0-Fürhung im wichtigsten Spiel der Saison zu halten. Ein Unterfangen, das krachend gescheitert ist. Kein einziges Mal spielte der FCW in dieser Saison zu null, der direkte Konkurrent um den Abstieg, die Grasshoppers, hielten viermal die weisse Weste. Zweimal im Duell gegen Winterthur.

Vielleicht wäre es im Nachhinein besser gewesen, man wäre im Sommer nicht mit Uli Forte (52) in die Saison gestartet, sondern mit Patrick Rahmen. Nur um dann Forte wieder als Feuerwehrmann zu installieren. So wie in der letzten Saison, als der FCW in den letzten Wochen noch 13 Punkte aufholte und unter Forte insgesamt acht Mal keinen Gegentreffer kassierte. Hoffnung macht dem FCW, dass Rahmen wohl auch in der Challenge League an der Seitenlinie stehen wird. Und es für den Aufstieg offensiven, attraktiven Fussball braucht. Und keine Simi-Sicherli-Strategie.

Quantität statt Qualität

Eines muss man FCW-Sportchef Oliver Kaiser lassen: Er hat es durchgezogen. Und so ziemlich alles unter Vertrag genommen, was auf dem Wühltisch noch zu finden war. Sinnbild dafür ist Ex-GC-Stürmer Francis Momoh (25), der auf bloss 227 Super-League-Minuten kommt. Insgesamt 31 (!) Spieler hat Winterthur in seinem Monsterkader. Was für Coach Patrick Rahmen (57) Woche für Woche eine Herausforderung war. Weil die Trainingsgestaltung erschwert wurde. Und man mehreren Spielern erklären musste, warum es nicht fürs Aufgebot reicht. Dass mehr Qualität statt Quantität förderlich gewesen wäre, ist klar. Seit Anfang Saison wird darüber diskutiert, ob das Kader der Winterthurer super-league-tauglich ist. Die Antwort lautet am Ende der Spielzeit: nein. Dass man jeden Sommer zwangsweise seine besten Spieler verliert, hilft dabei nicht. Dass man am Ende der Nahrungskette steht, ebenfalls nicht.

Die finanziellen Möglichkeiten

Eines muss man Winti-Präsident Mike Keller lassen: Er hat es durchgezogen. Der Mann stammt aus einer Familie, die ein rot-weisses Fussballherz besitzt und Jahr für Jahr die Löcher stopft. Ohne die Millionen der «Keller pressure» AG, der Firma des langjährigen Winti-Mäzen Hannes W. Keller (1939–2023) gäbe es den FC Winterthur in dieser Form nicht. Und auch der Aufstieg 2022 wäre kaum möglich gewesen.

Dass der FCW trotz voller Hütte und einem Zuschauerschnitt von fast 8000 Menschen finanziell auf dem Zahnfleisch läuft, ist trotzdem kein Geheimnis. Mickrige fünf bis sechs Millionen hatte der Klub in dieser Saison für die erste Mannschaft zur Verfügung. In der Challenge League soll dieser Betrag gar um 30 bis 40 Prozent gekürzt werden.

Der direkte Wiederaufstieg wird deshalb keine Selbstläufer. Weil beispielsweise Yverdon-Sport mehr Mittel zur Verfügung haben wird. Und weil Geld am Ende eben doch Tore schiesst.

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Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
BSC Young Boys
BSC Young Boys
1
2
3
2
FC Thun
FC Thun
1
2
3
3
FC Lugano
FC Lugano
1
1
3
3
FC St. Gallen
FC St. Gallen
1
1
3
5
FC Basel
FC Basel
1
1
3
6
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
1
0
1
6
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
1
0
1
8
FC Vaduz
FC Vaduz
1
-1
0
8
FC Zürich
FC Zürich
1
-1
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10
Servette FC
Servette FC
1
-1
0
11
FC Sion
FC Sion
1
-2
0
12
FC Luzern
FC Luzern
1
-2
0
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Abstiegsrunde
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