Auch der Staatspräsident macht mit
«Inkompetent!» Südkorea zerlegt sich nach WM-Aus selbst

Erst scheitert Südkorea in der Vorrunde, dann packt der Staatsboss den Zweihänder aus.
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Südkoreas Staatsboss Lee Jae Myung (62) schiesst gegen den Nati-Trainer.
Foto: keystone-sda.ch
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Stefan KreisReporter Fussball

Südkoreas Staatspräsident Lee Jae Myung (62) hat selbst nie Fussball gespielt, klingt aber, als sei er Rekordnationalspieler. Nach dem WM-Vorrunden-Aus der Nationalmannschaft packt der höchste Politiker des Landes auf X den verbalen Zweihänder aus: «Es hat sich erneut gezeigt, dass das Personal entscheidend ist. Wenn inkompetente Führungskräfte aufgrund ihrer Loyalität und nicht aufgrund ihrer Fähigkeiten ausgewählt werden, ist das katastrophale Ergebnis völlig vorhersehbar.»

Und er spricht damit Nationaltrainer Hong Myung Bo (57) an. Der startet zwar mit einem Sieg gegen Tschechien in die WM, verliert dann aber sowohl gegen Südafrika als auch gegen Gastgeber Mexiko und gibt nach dem Vorrunden-Aus seinen Rücktritt bekannt.

Hong ist eine Legende

Hong hatte Südkorea bei der Heim-WM 2002 als Captain zu einem sensationellen 4. Platz geführt, 2014 nahm er mit seinem Heimatland als Trainer an der WM teil, schied damals aber als Gruppenletzter hinter Belgien, Algerien und Russland in der Vorrunde aus. Im Juli 2024 kehrte er als Nachfolger von Jürgen Klinsmann (61) zur Nationalmannschaft Südkoreas zurück. Nun dürfte das Kapitel endgültig beendet sein.

Oder um es mit Staatsboss Lee zu sagen: «Angesichts der Tatsache, dass selbst für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft erhebliche Steuergelder und staatliche Fördermittel investiert werden, fordere ich das Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus auf, die genauen Umstände dieses Vorfalls gründlich zu untersuchen, die Ursachen zu analysieren und umfassende Massnahmen zur Vermeidung einer Wiederholung sowie zur Verbesserung zu entwickeln. Wir werden Reformen in der Sportverwaltung zügig vorantreiben, um sicherzustellen, dass so etwas nie wieder passiert.»

Klingt so, als würde Lee am liebsten gleich selbst das Traineramt übernehmen.

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