Auch Familie wurde angefeindet
Ecuador-Trainer wird nach Rücktrittsforderungen zum Helden

Jubel bei Ecuador: Nach Kritik und Anfeindungen erlebt Trainer Beccacece Erlösung. Der 2:1-Sieg gegen Deutschland bringt La Tri in die K.o.-Phase der WM – und pure Emotionen auf den Platz.
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Ecuador-Trainer Sebastian Beccacece herzt seine Familie nach dem 2:1.
Foto: IMAGO/ABACAPRESS
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Andri BäggliRedaktor Sport

Nach dem 2:1-Siegtor von Ecuador im letzten Gruppenspiel gibt es bei Trainer Sebastian Beccacece kein Halten mehr. Erst stürmt er auf den Platz, nur um seinen Jubellauf direkt abzubrechen und zur Tribüne zu sprinten. Dort springt er die Absperrung hoch und umarmt seine Frau und seine Kinder.

Ecuador brachte den Sieg über die Zeit und qualifiziert sich als Gruppendritter für die K.o.-Phase. Die Euphorie ist riesig, ausgerechnet gegen den Favoriten gibts den ersten Sieg an diesem Turnier – gegen WM-Neuling Curaçao gab es noch ein biederes 0:0.

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Kritik nach verpatztem Start

Nach dem Spiel gegen Curaçao musste Beccacece aber noch einiges an Kritik einstecken. Von dieser gab es aus dem eigenen Land nach den beiden Auftaktspielen mehr als genug. So schrieb Ex-Nationalspieler Jefferson Montero auf X: «Hör auf, heisse Luft zu verkaufen, und tritt bei La Tri zurück! Hab ein bisschen Würde, du hast unserem Fussball mit einer Generation, die die beste der Geschichte sein sollte, grossen Schaden zugefügt.»

Auch forderte er den Rücktritt von Beccacece. Dieser reagierte vor dem Deutschland-Spiel auf die Kritik aus Ecuador: «Mir tut es selbst weh, dass die Fans enttäuscht sind und leiden müssen. Fussball ist in Ecuador die populärste Sportart. All die Probleme, die es dort gibt, werden eine Zeit lang beiseitegeschafft. Die ganze Nation hat sich unglaublich auf das Turnier gefreut.»

Familie wurde angefeindet

Selbst während des Turniers zurückzutreten war für ihn aber keine Option: «Ich habe nicht das Gefühl, das Herz der Fans erreicht zu haben.» Das mache dem Argentinier enorm weh, wie er selbst sagt. Auch seine Familie blieb von den Angriffen nicht verschont: «Zum Glück blieb es bei verbalen Dingen und hat keine grösseren Konsequenzen gehabt.»

Umso schöner dürfte der Moment des Jubels nach dem erlösenden Siegtor gewesen sein. Und noch verlängert sich die Reise – zumindest für ein Spiel. Zum jetzigen Zeitpunkt würde er mit seinem Team auf England treffen, fest steht das allerdings noch nicht.

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