Darum gehts
- WM-Spiel: Kongos Kultfan Michel Kuka Mboladinga in Guadalajara dabei
- Mboladinga verpasste erstes Spiel wegen Ebola-Quarantäne
- Kolumbien gewann 1:0; Kongo benötigt Sieg gegen Usbekistan fürs Weiterkommen
Bei der WM-Partie der Demokratischen Republik Kongo gegen Kolumbien in der Nacht auf Mittwoch ist auch Kongos wohl berühmtester Fan zugegen: Michel Kuka Mboladinga (49) steht wie gewohnt während der gesamten Partie regungslos und mit erhobenem rechtem Arm in den Zuschauerrängen.
«Endlich!», ist man versucht zu sagen, denn: Das Startspiel der Kongolesen gegen Portugal (1:1) hat Mboladinga wegen der Quarantäneregeln nach dem Ebola-Ausbruch in seinem Heimatland noch verpasst, auch wenn er offiziell Teil der kongolesischen WM-Delegation ist und sämtliche Kosten für die WM-Reise deshalb vom nationalen Verband übernommen werden.
Erster kongolesischer Ministerpräsident als Vorbild
In seiner Heimat ist Mboladinga ein Star. Grosse internationale Berühmtheit erhielt er durch den Afrika-Cup Anfang Jahr. Wenige Wochen später qualifizierte sich Kongo erstmals seit 52 Jahren auch für die WM in Nordamerika – natürlich ein Pflichttermin für Mboladinga, den er nun mit etwas Verspätung auch wahrnehmen kann.
Und so steht er nun also in Guadalajara in seiner altbekannten Pose, die der Statue von Patrice Lumumba in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa nachempfunden ist. Der erste Ministerpräsident des unabhängigen Kongo wurde 1961 nach einem Militärputsch erschossen.
Dank Mboladinga lebt sein Geist nun aber auch in den WM-Stadien weiter. Gewirkt hat die ungewöhnliche Unterstützung sportlich aber noch nicht: Die Partie gegen Kolumbien geht für die Kongolesen mit 0:1 verloren. Für das Weiterkommen braucht es in Atlanta nun einen Sieg am abschliessenden Spieltag gegen Usbekistan – auch da dürfte sich das zentralafrikanische Land über den Support seines schillerndsten Fans freuen können.


