Paraguay hat sich nach dem Achtelfinal gegen Frankreich keine Freunde auf der Fussballbühne gemacht. Die Südamerikaner, die gegen den Favoriten mit 0:1 verloren haben, hatten Glück, dass sie die Partie zu elft beendet haben. Immer wieder sorgten Unsportlichkeiten und Tätlichkeiten für kleinere Rudelbildungen und Aufreger.
So sagte der ehemalige England-Goalie Joe Hart beim britischen Fernsehsender BBC: «Ich würde niemals auf diese Weise gewinnen wollen, ich würde niemals auf diese Weise Fussball spielen wollen und der Schiedsrichter hat in keiner der Situationen geholfen.» Damit spielt der 39-Jährige darauf an, dass die Paraguayer keine einzige Karte im Spiel gesehen haben – zum ersten Mal überhaupt in der WM-Geschichte der Südamerikaner.
Frecher Mbappé
Allerdings haben sich auch die Franzosen nicht mit Ruhm bekleckert. Superstar Kylian Mbappé, einziger Torschütze des Spiels, verweigerte nach dem Schlusspfiff den Handschlag mit Goalie Orlando Gill. Diesem passte dies so überhaupt nicht. Gereizt nimmt der Keeper von San Lorenzo den Ball und schmeisst ihn an den Rücken des Stürmers. In der Interviewzone wird er auf die Situation angesprochen: «Das ist Fussball. Ich wollte ihm die Hand geben, um zum Sieg zu gratulieren. Er hat mich aber ignoriert und ich wurde wütend. Jetzt habe ich mich beruhigt und gratuliere ihnen. Sie spielen eine super Kampagne und sind der Turnierfavorit.»
Der Frust der Franzosen ist aber auch etwas nachvollziehbar. Es ist nicht das erste Mal an diesem Turnier, dass die Albirroja negativ auffällt. Bereits gegen Deutschland, das die Südamerikaner sensationell im Penaltyschiessen eliminiert hatten, sorgten kleine Nicklichkeiten für eine schlechte Grundstimmung auf dem Platz. Anders als die Deutschen liessen sich die Franzosen darauf aber nicht ein. So war es auch Mbappé, der nach einem Foul und mehreren Sticheleien Matias Galarza frech ins Gesicht gelacht hat.
Das Ganze wird die Mannschaft von Trainer Didier Deschamps aber nicht mehr weiter kümmern. Sie steht souverän im Viertelfinal und trifft dort auf Marokko. Diese Partie wird in vier Tagen ausgetragen – und wer weiss, vielleicht schauen sich die Marokkaner auch ein paar Provokationen der Südamerikaner ab.


