Das Spiel
Beiden Nationen winkt in diesem dritten Gruppenspiel ein historischer Erfolg: Sowohl Ägypten als auch der Iran könnten erstmals überhaupt in die K.o.-Phase einer WM-Endrunde einziehen.
Und beide legen los wie die Feuerwehr: Bereits nach einer Viertelstunde haben sie je einmal getroffen, wobei Ramin Rezaeian die frühe ägyptische Führung von Mahmoud Saber ausgeglichen hat. Dazwischen hält Ägypten-Keeper Mostafa Shoubir noch einen Elfmeter von Mehdi Taremi – der iranische Stürmer ist zuvor von Mohamed Abdelmoneim gefällt worden.
Nach dem intensiven Start flacht die Partie aber deutlich ab, wobei Torszenen nur noch selten zu sehen sind. Spannend bleibt die Angelegenheit dennoch: Im Fernduell um den Gruppensieg wird Ägypten durch das 3:0 Belgiens von der Spitze verdrängt, kehrt dann wieder zurück – und fällt sogleich wieder vom Thron.
Gleichzeitig fehlt dem Iran nur ein Tor zur sicheren Sechzehntelfinal-Quali – und dieses fällt in der Nachspielzeit vermeintlich: Shoja Khalilzadeh drückt den Ball zum 2:1 über die Linie. Wegen einer hauchdünnen Abseitsposition zählt der Treffer aber nicht. Kurz darauf trifft Saeid Ezatolahi auch noch die Latte. So aber bleibts beim Unentschieden, das Ägypten sicher und den Iran möglicherweise in den Sechzehntelfinal bringt.
Die Tore
5. Minute, Mahmoud Saber, 1:0. Ägypten kombiniert sich schön in den gegnerischen Strafraum, wo Iran-Keeper Alireza Beiranvand einen abgelenkten Schuss von Mohamed Salah nur bis zu Mahmoud Saber lenkt. Dieser wagt einen Direktschuss und bringt den Ball so an einigen iranischen Verteidigern vorbei im Tor unter.
14. Minute, Ramin Rezaeian, 1:1. Die Ägypter stehen im eigenen Strafraum zu weit von den Gegenspielern weg, sodass Milad Mohammadi abziehen kann. Mostafa Shoubir im ägyptischen Tor wehrt wenige Minuten nach dem gehaltenen Penalty stark ab, ist gegen den Nachschuss von Rezaeian aber chancenlos: Der Routinier versenkt den Ball aus spitzem Winkel im Tor.
Das gab zu reden
Das Spiel am Christopher-Street-Day in Seattle ist von den Veranstaltern zum «Pride Match» erklärt worden und sollte deshalb ganz im Zeichen der queeren Community stehen. Sehr zum Unmut der beiden beteiligten nationalen Verbände aus Ägypten und dem Iran: In einer gemeinsamen Erklärung forderten sie, dass die Fifa «keine Symbole oder Darstellungen der Bewegung» im Stadion zulässt. Der Fussball-Weltverband wies diesen Antrag allerdings zurück – Regenbogenflaggen oder ähnliche Symbole sind im Stadion selbst vereinzelt zu sehen.
So gehts weiter
Als Zweitplatzierter der Gruppe G trifft Ägypten im Sechzehntelfinal am kommenden Freitag um 20 Uhr Schweizer Zeit auf Australien. Der Iran muss dagegen noch ein wenig zittern, ob es für einen Platz unter den besten acht Gruppendritten reicht. Klappt es, kommt es zum Duell gegen die Nati. Laut The Athletic liegt die Chance für ein Duell zwischen der Schweiz und dem Iran bei 92 Prozent.






