Das Spiel
Es bleibt dabei: WM-Neuling Kap Verde lässt sich kaum unterkriegen. Die erste Führung von Argentinien wird ausgeglichen, ebenso die zweite – da läuft schon die Verlängerung. Erst ein Eigentor von Diney Borges in der 111. Minute bringt schliesslich die Entscheidung für Argentinien in diesem Sechzehntelfinal.
Ohne Zittern geht es für Argentinien aber auch in den Schlussminuten nicht: Da muss Argentinien-Keeper Emiliano Martinez einen Freistoss von Sidny Lopes Cabral über die Latte lenken, später rettet er auch nach einem Kopfball von Borges. Für ihren grossen Kampf werden die «Blauen Haie» so nicht mehr belohnt.
Dass sie überhaupt in diese Situation kommen, hat sich zu Beginn der Partie nicht zwingend abgezeichnet. Da ist der mutmassliche kapverdische Gameplan, wie beim 0:0 gegen Spanien möglichst lange die Null zu halten, schon nach einer halben Stunde Makulatur: Messi netzt für Argentinien zum 1:0 ein.
Ist der Bann für Argentinien damit gebrochen? Mitnichten. Die Albiceleste lässt Kap Verde nun etwas mehr Raum, den der Aussenseiter vor allem in den Minuten nach der Pause vermehrt auszunutzen weiss. Erst wird ein Abschluss von Sidny Lopes Cabral knapp neben das argentinische Tor gelenkt, dann ist Argentinien bei einem Schuss von Laros Duarte auf eine Parade von Keeper Emiliano Martinez angewiesen.
Kurz vor der Stundenmarke wird Argentinien für seine Passivität bestraft: Duarte erzielt aus spitzem Winkel den Ausgleich. Ein Schock für Argentinien – doch eine Reaktion bleibt weitgehend aus. Einzig Messi sorgt zweimal für Torgefahr, findet dabei aber in Kap-Verde-Torhüter Vozinha seinen Meister.
Und weil der 40-Jährige auch in der Nachspielzeit nach einem Messi-Freistoss zur Stelle ist, muss der amtierende Weltmeister gegen den WM-Neuling aus dem afrikanischen Inselstaat tatsächlich in die Verlängerung – wo Argentinien doch noch den etwas längeren Atem beweist und in den Achtelfinal einzieht.
Die Tore
29. Minute, Lionel Messi, 1:0. Kap-Verde-Verteidiger Diney Borges verschätzt sich bei einem hohen Zuspiel von Lisandro Martinez, weshalb Lionel Messi alleine vor Vozinha auftaucht – und dort Messi-Sachen macht: Gekonnt nimmt er den Ball mit und trifft dann mit dem Vollspann aus kurzer Distanz zur argentinischen Führung.
59. Minute, Deroy Duarte, 1:1. Ryan Mendes steckt den Ball zu Deroy Duarte durch, der vor dem argentinischen Tor viele Freiheiten geniesst und aus spitzem Winkel tatsächlich den Ausgleich für den Aussenseiter erzielt.
92. Minute, Lisandro Martinez, 2:1. Alexis MacAllister verlängert eine Eckball-Flanke von Messi per Kopf an den rechten Pfosten, wo Lisandro Martinez sträflich alleine gelassen wird. Den Platz nutzt er eiskalt aus und hämmert den Ball am machtlosen Vozinha vorbei in die Maschen.
103. Minute, Sidny Lopes Cabral, 2:2. Kap Verde gleicht tatsächlich noch einmal aus – und wie! Linksverteidiger Lopes Cabral lässt MacAllister aussteigen und schlenzt den Bal dann wunderbar in die obere rechte Torecke.
111. Minute, Diney Borges, 3:2 (Eigentor). Wieder schlägt Argentinien nach einem Messi-Eckball zu: Verteidiger Cristian Romero steigt im Zentrum am höchsten, woraufhin das dritte argentinische Tor fällt. Dieses wird als Eigentor von Kap Verdes Diney Borges gewertet.
Das gab zu reden
Sein Tor in der Verlängerung bejubelt Lopes Cabral etwas unkonventionell: Er stürmt wohl in der Hoffnung auf ein Treffen mit seiner Partnerin auf die Tribüne, wird dort aber von den Sicherheitskräften aufgehalten. Kurz blickt der 23-Jährige etwas verloren in die Zuschauermassen, dann taucht die gesuchte Person bei ihm auf auf. Eine Umarmung später geht es für Lopes Cabral wieder zurück auf das Spielfeld.
So gehts weiter
Nach dem hart erkämpften Pflichtsieg gegen Kap Verde geht es für Argentinien im Achtelfinal gegen Ägypten weiter. Diese Partie in Atlanta wird am kommenden Dienstag um 18 Uhr Schweizer Zeit ausgetragen.






