Das Spiel
Am Schluss gibts in Seattle noch ganz viel Drama: Kurz vor Ende der Verlängerung wird Schiedsrichter Said Martinez an den VAR-Bildschirm gebeten – und entscheidet nach einer Intervention von Senegal-Verteidiger Lamine Camara im eigenen Strafraum auf Penalty. Es ist ein umstrittener Entscheid, denn: Belgien-Captain Youri Tielemans wird nur minimal berührt – entsprechend viel Zeit verbringt Martinez auch vor dem Screen, ehe er seinen Entscheid trifft.
Einem ist dies aber egal: Tielemans versenkt den Penalty anschliessend cool und schiesst Belgien somit in den Achtelfinal. Es ist der Schlusspunkt einer bereits in der regulären Spielzeit dramatischen Wende. Bis zur 86. Minute haben die Roten Teufel noch mit 0:2 in Rückstand gelegen, ehe sie dank Joker Romelu Lukaku und Tielemans mit zwei Toren innnert drei Minuten doch noch die Verlängerung erzwingen.
Eine solch wilde Schlussphase hat sich zuvor nicht abgezeichnet: Der Senegal schien die Partie weitgehend im Griff zu haben und schnupperte mit seiner 2:0-Führung am Einzug in den Achtelfinal, ehe er das Spiel aber doch noch völlig aus der Hand gibt. Besonders bitter ist für die Löwen der Teranga aber nicht nur die Penaltyszene: Nach 109 Minuten hat Ibrahim Mbaye die späte Führung für den Senegal auf dem Fuss, verzieht aus bester Position aber knapp. Es sollte sich aus senegalischer Sicht spät rächen – wegen Tielemans und seinem umstrittenen VAR-Penalty.
Die Tore
24. Minute, Habib Diarra, 0:1. Sadio Mané schlägt eine punktgenaue Flanke in den belgischen Strafraum, wo Ismaïla Sarr seinen Kopfball zunächst nur an den Pfosten setzt. Anschliessend steht Habib Diarra aber goldrichtig und verwertet den Nachschuss zur senegalischen Führung.
51. Minute, Ismaïla Sarr, 0:2. Ein hohes Zuspiel in die Spitze findet Sarr – und was der Senegal-Stürmer anschliessend mit dem Ball anstellt, hat grosse Klasse. Mit der Brust nimmt er diesen gekonnt mit und hämmert sein Geschoss dann am chancenlosen Thibaut Courtois vorbei ins belgische Tor.
86. Minute, Romelu Lukaku, 1:2. Der Senegal bringt den Ball in mehreren Anläufen nicht weg, woraufhin dieser auf der rechten Seite zu Thomas Meunier gelangt. Der Aussenverteidiger sieht im Zentrum Lukaku – und der Joker bringt aus kurzer Distanz die belgischen Hoffnungen wieder zurück.
89. Minute, Youri Tielemans, 2:2. Nur drei Minuten nach dem Anschlusstreffer gleicht Belgien das Spiel tatsächlich aus! Eine Flanke von Leandro Trossard findet vor dem Tor Youri Tielemans, der sich mit harten Bandagen gegen mehrere Gegenspieler durchsetzt und so zum 2:2 einköpfeln kann.
120.+5 Minute, Youri Tielemans, 3:2 (Foulpenalty). Kurz vor Schluss der Verlängerung kommt Tielemans nach einem Zweikampf mit Lamine Camara im Senegal-Strafraum zu Fall. Said Martinez' Pfeife bleibt zunächst stumm, doch dann schaltet sich der VAR ein – und stimmt den Schiedsrichter tatsächlich um. Tielemans tritt gleich selber an und verwandelt ganz cool in die obere rechte Torecke zum umstrittenen belgischen Siegtreffer.
Das gab zu reden I
Die WM in Nordamerika hat ihren ersten Flitzer-Vorfall: 30 Minuten sind in Seattle gespielt, als zwei junge Männer auf das Spielfeld stürmen und damit einen kurzen Unterbruch erzwingen. Die Handys in ihren Händen deuten auf Selfie-Jäger hin. Ihr Ziel erreichen sie aber nicht: Beide jungen Männer werden rechtzeitig gestoppt, wobei die Sicherheitskräfte bei einem der zwei aber etwas Mühe bekunden.
Das gab zu reden II
Bei Belgien liegen die Nerven nach rund einer Stunde blank: Nach einer missglückten Flanke von Youri Tielemans gerät der belgische Captain beinahe mit Teamkollege Leandro Trossard aneinander. Lukaku und der eingewechselte Nicolas Raskin müssen schlichtend eingreifen. Nach der anschliessenden Trinkpause sind die Gemüter beruhigt – und die beiden Streithähne sorgen wenig später gemeinsam für den belgischen Ausgleich.
So gehts weiter
Nach dem Sieg über den Senegal wartet auf Belgien ein Achtelfinal gegen die USA. Dieses Spiel findet dann am kommenden Dienstag um 2 Uhr Schweizer Zeit in Seattle statt.






