Das Spiel
Ecuador scheint einen Fluch mit an die WM gebracht zu haben. Dreimal scheitern die Südamerikaner an der Torumrandung, bekommen den Ball einfach nicht im Gehäuse der Elfenbeinküste unter – und kassieren dann in der 90. Minute den Nackenschlag. Amad Diallo, Spieler von Manchester United, ist der Mann, der die Ivorer kurz vor Schluss erlöst.
John Yeboah ist der erste Ecuadorianer, der mit einem Schlenzer an der Latte scheitert (24.). Kurz darauf tut es ihm Mitspieler Alan Minda mit einem Knaller aus kurzer Distanz gleich (30.). Nach dem Seitenwechsel ist es Captain Enner Valencia, der die zweite Halbzeit mit einem weiteren Alu-Treffer – dieses Mal ist es der Aussenpfosten – einläutet (46.). Der Fluch lastet im Spiel aber nicht nur auf den Südamerikanern: Elye Wahi beweist mit seinem Ablenker an die Latte (52.), das auch die Ivorer das nötige Quäntchen Glück nicht haben.
Aber nicht nur die Torumrandung ist Schuld daran, dass lange keine Tore fallen, sondern teilweise auch das Unvermögen. Spieler beider Teams tauchen oft vor dem gegnerischen Gehäuse auf, sind in ihren Abschlüssen aber zu ungenau. So lassen Valencia (11., 41.) und Yan Diomande (50., 58.) je zwei aussichtsreiche Chancen aus. Zudem scheitert Gonzalo Plata mit seinem Hammer am ivorischen Goalie Yahia Fofana (68.). Dessen Teamkollege Diallo sorgt dann dafür, dass die Elfenbeinküste das erste WM-Spiel seit 2014 gewinnt und von der erstmaligen Teilnahme an einer WM-K.o.-Phase träumen kann.
Das Tor
90. Minute, Amad Diallo, 1:0. Wilfried Singo nimmt seine Beine in die Hände und sprintet auf dem rechten Flügel allen davon. Auf Strafraumhöhe legt er ins Zentrum, wo Diallo direkt abschliesst und in die linke untere Ecke trifft.
Das gab zu reden
Für Ecuador geht eine beeindruckende Serie zu Ende: Erstmals nach 19 Partien gehen die Südamerikaner als Verlierer vom Platz. Die letzte Niederlage datierte zuvor vom 7. September 2024, als es gegen Brasilien in der südamerikanischen WM-Quali ein 0:1 gab. Seither hat «La Tri» elf weitere Qualifikationsspiele und acht Freundschaftsduelle nicht verloren. Die Folge: Als Zweiter in der WM-Qualifikation hinter Argentinien qualifizierte sich Ecuador souverän für die WM. Der einzige Makel: Von diesen 19 Partien endeten elf mit einem Remis, sieben davon 0:0. Nun endet diese Serie jedoch jäh.
So gehts weiter
Die Elfenbeinküste bekommt es am zweiten Spieltag der Gruppe E am kommenden Samstag mit Deutschland zu tun, das mit einem 7:1-Sieg gegen Curaçao in die WM gestartet ist. Anpfiff im BMO Field in Toronto ist um 22 Uhr Schweizer Zeit. Ecuador misst sich vier Stunden später mit dem Zwergstaat im Arrowhead Stadium in Kansas City (Sonntag, 21. Juni, 2 Uhr).
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