Das Spiel
Frankreich gegen Spanien ist so etwas wie das Gipfeltreffen des Fussballs. Im WM-Halbfinal geht es erst noch gemächlich zu, bis sich Frankreichs Lucas Digne einen folgenschweren Aussetzer leistet: Im eigenen Strafraum kann er einen Ball nicht mit dem Kopf kontrollieren. Spaniens Superstar Lamine Yamal rauscht an und wird vom Fuss des Aussenverteidigers, der den Ball aus der Gefahrenzone spedieren will, getroffen – Penalty. Mikel Oyarzabal läuft an und verwandelt eiskalt.
Es ist ein Schock für die Franzosen, die bereits zuvor Glück haben, dass Bayern-Star Michael Olise nach einem üblen Foul nicht vom Platz gestellt worden ist. Hinzu kommt, dass Innenverteidiger William Saliba nach einer halben Stunde verletzt ausgewechselt werden muss.
Spanien entzaubert in der ersten Hälfte den französischen Offensivfussball – mit dem viele Gegner Mühe hatten – komplett. Das Team von Luis de la Fuente ist bissig in den Zweikämpfen, schaltet schnell um und ist in der Defensive stets sortiert. Anders sieht das bei Frankreich aus. Didier Deschamps' Team wirkt zum Teil überfordert mit den schnellen Kombinationen.
Auch nach der Pause findet Frankreich in der Offensive fast gar nicht statt. Dafür wittern die Spanier ihre Chance und erhöhen nach einer herrlichen Kombination durch Pedro Porro. Frankreich versucht sich zwar noch einmal aufzuraffen und wirft alles rein, was die Ersatzbank hergibt, doch für die Wende reicht es trotzdem nicht.
Die entfesselten Spanier unterstreichen mit dem 2:0-Sieg ihre Titelambitionen. Die Franzosen enttäuschen derweil am Nationalfeiertag und bescheren ihrem Trainer keinen weiteren WM-Final. Deschamps hat bereits vor der Endrunde angekündigt, vom Trainerposten zurückzutreten.
Die Tore
22. Minute, Mikel Oyarzabal, 0:1 (Foulpenalty). Nach dem Foul von Lucas Digne an Lamine Yamal tritt Oyarzabal zum Elfmeter an. Der spanische Stürmer schiesst präzis und hart nach rechts, weswegen Goalie Mike Maignan chancenlos bleibt, obwohl er die Ecke ahnt.
58. Minute, Pedro Porro, 0:2. Porro passt zum an der Strafraumgrenze stehenden Dani Olmo und startet sogleich durch. Kein Franzose verfolgt den spanischen Aussenverteidiger, weswegen dieser nach der Ablage von Olmo alleine vor Maignan auftaucht und überlegt vollendet.
Das gab zu reden I
Für sein überhartes Einsteigen gegen Rodri sieht Michael Olise keine Karte. Dabei erwischt der französische Offensivstar den spanischen Captain in der 14. Minute mit seinem Tackling mit offener Sohle am Knöchel. Ivan Barton, der Schiedsrichter aus El Salvador, belässt es dabei, den Spaniern lediglich einen Freistoss zuzusprechen. Auch der VAR meldet sich nicht. Das kollektive Aufatmen von Olise und den Franzosen dürfte im AT&T Stadium jeder mitbekommen haben.
Das gab zu reden II
Es dauert seine Zeit, bis die Spanier in der Startphase nach dem Foul von Adrien Rabiot an Dani Olmo (dafür gibts übrigens Gelb) einen Freistoss an der französischen Strafraumgrenze ausführen können. Der Grund ist kurios: Referee Barton muss sich zuerst von seinem Assistenten einen Markierungsspray geben lassen.
So gehts weiter
Spanien kämpft am Sonntag (21 Uhr) in East Rutherford um den WM-Titel 2026. Den Finalgegner ermitteln am Mittwoch (21 Uhr) England und Argentinien in Atlanta. Für Frankreich steht am Samstag (23 Uhr) in Miami noch das Spiel um Platz drei an.






