Das Spiel
Marokko gewinnt 4:2 gegen Haiti und schliesst die Gruppenphase so auf dem 2. Platz hinter Brasilien ab. Haiti liefert eine gute Leistung ab und fordert die Nordafrikaner zu Beginn des Spiels.
Blitzstart für Haiti. Lenny Joseph schockt die Marokkaner bereits in der 10. Minute mit dem 1:0. In der Folge übernehmen die Marokkaner das Spieldiktat und drücken auf den Ausgleich, doch Haiti verteidigt vorbildlich und hält hinten grösstenteils dicht. Hakimi und Co. fehlt die nötige Effizienz vor dem Tor. So lässt Marokko zwei Top-Chancen ungenutzt liegen.
Das Spiel bleibt vor der Pause äusserst unterhaltsam. Während die Marokkaner dominanter auftreten, lassen es sich die Haitianer nicht nehmen, ebenfalls hin und wieder Vorstösse in die gegnerische Hälfte zu fahren. Die Schlussphase der ersten Halbzeit entwickelt sich dann zu einem offenen Schlagabtausch. Nach Achraf Hakimis Ausgleich stellt Wilson Isidor fünf Minuten später die Haiti-Führung wieder her. Drei Zeigerumdrehungen später gleicht Ismael Saibari die Partie wieder aus, bevor es in die Pause geht.
Beide Mannschaften steigen kontrollierter in die zweite Halbzeit. Das Tempo flacht sichtbar ab. Die Marokkaner geben dabei weiterhin den Ton an und kommen immer wieder gefährlich vors gegnerische Tor. Ganz fehlerfrei bleiben die Nordafrikaner aber nicht. Vereinzelt leisten sie sich Fehler im Mittelfeld und gewähren den Haitianern Vorstösse in die Offensive. Bis in die Schlussphase gelingt beiden Mannschaften nichts Zählbares und das Unentschieden bleibt bestehen.
Besonders dank mehreren Paraden von Haiti-Keeper Johny Placide. Dann bricht die Mannschaft aus der Karibik ein. Der Haiti-Keeper muss sich vor dem Schlusspfiff zwei Mal geschlagen gegen. Zuerst bringt Soufiane Rahimi die Marokkaner zum ersten Mal in Führung, bevor Gessime Yassine mit seinem ersten Treffer an dieser WM den 4:2-Schlusspunkt setzt.
Die Tore
10. Minute, Yassine Bounou (Eigentor), 0:1. Das erste Tor der Haitianer wird als Eigentor vom Marokko-Keeper Yassine Bounou gewertet. Nach einer ganz tollen Vorarbeit mit Tempo von Duverne versucht es Lenny Joseph aus kurzer Distanz mit der Hacke und trifft den Torhüter, der den Ball ins eigene Tor lenkt.
39. Minute, Achraf Hakimi, 1:1. Placide pariert eigentlich toll den abgefälschten Schuss von El Khannouss vom linken Flügel, bringt die Kugel mit seiner Parade aber nicht weit genug weg, und dann ist Hakimi zur Stelle und stochert aus kürzester Distanz den Ball über die Linie.
43. Minute, Wilson Isidor, 1:2. Marokko ist schon in der Vorwärtsbewegung, lässt sich aber vom wachen Jean-Kévin Duverne die Kugel rechts abnehmen, und der legt quer auf Isidor, der aus halbrechter Position die Kugel einfach mal in das linke Eck zirkelt!
46. Minute, Ismael Saibari, 2:2. Der Favorit macht es schnell mit Hakimi über rechts, der dann den Blick für den freistehenden Saibari hat – und der wohl neue Bayern-Transfer lässt sich das aus 15 Metern nicht mehr nehmen. Er trifft flach in das linke Eck.
78. Minute, Soufiane Rahimi, 3:2. Eine Ecke von rechts verlängert Chadi Riad am rechten Fünfereck per Kopf zu Soufiane Rahimi links im Sechzehner, der sich die Kugel zurechtlegen kann und aus der Drehung schiesst. Der Ball wird ins Tor abgefälscht.
89. Minute, Gessime Yassine, 4:2. Die Ecke bringt erst einmal nichts ein, die Marokkaner bleiben aber dran und dann gibt Soufiane Rahimi von der Grundlinie links zu Yassine herein, der rechts aus dem Fünfer sein erstes Tor erzielt.
Das gab zu reden
52 Jahre ist es her, seit Haiti das letzte Mal ein Tor an einer WM geschossen hat. Gegen Marokko gelingt es der Mannschaft aus der Karibik zum ersten Mal überhaupt, zwei Treffer in einem Spiel zu erzielen. Auf die ersten WM-Punkte müssen die Haitianer hingegen warten. Auf der anderen Seite feiern auch die Nordafrikaner eine Premiere. Noch nie gelang es Marokko, vier Tore in einem Spiel zu schiessen.
So gehts weiter
Für Haiti war es das letzte Spiel bei dieser WM. Das Team aus der Karibik war bereits vor der Partie aus dem Turnier ausgeschieden. Für die Marokkaner geht es in der Nacht auf Dienstag gegen den ersten der Gruppe F (Holland, Japan oder Schweden) weiter.
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