Das Spiel
Wer der Blick-Empfehlung gefolgt ist und sich für diesen Sechzehntelfinal tatsächlich den Wecker um kurz vor 3 Uhr gestellt hat, wird bitter enttäuscht. Wegen einem Unwetter gibt es für alle Frühaufsteher oder Wachgebliebenen eine weitere Stunde Schlaf (s. Das gab zu reden II). Wer bis zum Anpfiff ausharrte, sieht eine äussersts unterhaltsame Partie, in der Mexiko ab Spielminute eins das Spieldiktat übernimmt. Immer wieder stellen die mexikanischen Offensivkräfte die ecuadorianische Abwehr, das Prunkstück des Gegners, vor Probleme.
Nach 22 Minuten entwischt Julian Quinones der 140 Millionen-Abwehr aus den Anden und hämmert die Kugel unhaltbar zur mexikanischen Führung in die Maschen. Nur wenige Minuten später macht Joel Ordonez den Gastgebern ein Geschenk, indem er einen Pass 25 Meter vor dem eigenen Tor direkt in die Füsse von Raul Jimenez spielt. Als der Brügge-Verteidiger versucht seinen Fehler wieder auszubügeln, rutscht er zuerst aus und kommt beim Jimenez-Abschluss dann auch noch zu spät. Die zweite Hälfte verfolgt der 22-Jährige dann von der Bank aus und sieht, dass seine Teamkollegen auch in den zweiten 45 Minuten nur sehr wenig Torgefahr heraufbeschwören kann und damit die notwendige Aufholjagd nie wirklich lancieren kann. Daran ändert auch der Platzverweis von Arsenal-Star Piero Hincapie in der Schlussphase nichts. Der Verteidiger verdeckt in der Diskussion mit Mexiko-Stürmer Santiago Gimenez seinen Mund und fliegt nach den neuen Regeln korrekterweise vom Platz.
Und so bleibt die mexikanische Defensive auch im vierten WM-Spiel ohne Gegentor und legt so das Fundamet für den Achtelfinal-Einzug. Dort trifft man auf England oder den Kongo. Wieder im Azteken-Stadion, wieder mit über 80'000 frenetischen Mexiko-Fans im Rücken.
Die Tore
22. Minute, Julian Quinones, 1:0. Mit einem cleveren Ball wird der 29-Jährige auf die Reise geschickt. Im Ecuador-Strafraum macht der Flügelspieler eine kurze Finte, um dann aus 15 Metern mit viel Wumms abzuschliessen. Hernan Galindez im ecuadorianischen Tor bleibt bei diesem Geschoss nicht der Hauch einer Abwehrchance.
31. Minute, Raul Jimenez, 2:0. Im Aufbau fängt Jimenenz den Ball kurz vor dem gegnerischen Strafraum ab, legt rüber auf Quinones, der den 35-Jährigen wieder in Szene setzt. In bester Stürmer-Manier platziert der Goalgetter die Kugel präzise in den Winkel und erzielt so seinen zweiten Turnier-Treffer.
Das gab zu reden
Die mexikanischen Fans nutzten den Heimvorteil ihres Teams für eine besondere Aktion aus. In der Nacht vor dem Sechzehntelfinal versammelt sich eine grosse Gruppe von Mexiko-Anhängern vor dem Teamhotel der Ecuarodianer und veranstalten ein regelrechtes Strassenfest. Mit Trommeln, lauter Musik aus mitgebrachten Boxen und hupenden Autos versuchen sie damit den Gegner vom Schlafen abzuhalten.
Das gab zu reden II
Etwa eine halbe Stunde vor Anpfiff machen Meldungen aus Mexiko-Stadt von einem Unwetter die Runde. Und tatsächlich muss der Anpfiff des Sechzehntelfinals nach hinten verschoben werden. Zunächst die nicht klar, wie lange die Verzögerung dauert. Kurz vor drei Uhr Schweizer Zeit dann die Bestätigung, dass der Anstoss um eine Stunde nach hinten geschoben wird. Der guten Stimmung im legendären Azteken-Stadion tut das Wetter keinen Abbruch. Der DJ spielt elektronische Musik zur Überbrückung, die Ränge sind trotz der Verspätung schon gut gefüllt.
Das gab zu reden III
Das Nationalteams einen Übernamen haben, ist keine Seltenheit. Neben der hiesigen Nati sind die Three Lions aus England oder Les Bleus oder L'Équipe Tricolore aus Frankreich weltbekannt. Wie es der Zufall will, teilen sich die heutigen Gegner den Spitznamen. «El Tri» aus Mexiko trifft «La Tri» aus Ecuador, beides bezieht sich auf die Dreifarbigkeit der jeweiligen Landesflaggen (Grün, Weiss, Rot bei Mexiko und Gelb, Blau, Rot bei Ecuador).
So gehts weiter
Für Mexiko geht es zu Beginn der nächsten Woche mit dem Achtelfinal weiter. In der Nacht auf Montag (2 Uhr Schweizer Zeit) trifft man dort auf den Sieger des Duells England und DR Kongo. Dieser wird heute ermittelt (ab 18 Uhr), nach den Three Lions stehen am Mittwochabend noch die Roten Teufel aus Belgien im Einsatz, sie messen sich mit Senegal.






