Das Spiel
Auf ein Weiterkommen mit drei Unentschieden spekulieren? Belgien macht in Vancouver von Anfang an klar, dass das keine Option ist. Das vielgescholtene Team von Rudi Garcia spielt von Anfang an auf Sieg, von den Neuseeländern, die für einen Platz in der K.o-Phase eigentlich zwingend einen Sieg brauchen, kommt offensiv wenig bis nichts – auch nach dem Rückstand. Null Abschlüsse vor der Pause sprechen eine deutliche Sprache.
Zunächst geht es aber weiter wie beim 0:0 gegen den Iran, als Belgien Chancenwucher betrieb. Der aktive Leandro Trossard scheitert in der 11. Minute am Innenpfosten, Tyler Bindon kratzt den Ball mirakulös von der Linie. Wenig später blockt Finn Surman einen Trossard-Schuss mit dem Arm und der jordanische Schiedsrichter Adham Mohammad entscheidet auf Penalty. Weil der Innenverteidiger die Körperfläche jedoch nicht vergrössert, wird der Entscheid nach VAR-Intervention aber gekippt.
Am Ende rächt sich die lange erneut mangelhafte Chancenverwertung für die Belgier nicht, weil die Tore dann irgendwann doch fallen. Auch auf den Anschluss zum 1:3 hat Romelu Lukaku die postwendende Antwort parat. Spätestens Alexis Saelemaekers in der Nachspielzeit macht alles klar.
Da Ägypten im Parallelspiel gegen den Iran 1:1 spielt, holt Belgien dank der Tordifferenz den Gruppensieg. So kommen die Roten Teufel in den Genuss eines auf dem Papier lukrativen Pfades, bestehend aus einem Gruppendritten im Sechzehntelfinal und dem Sieger zwischen den USA und Bosnien & Herzegowina in einem allfälligen Achtelfinal.
Die Tore
28. Minute, Leandro Trossard, 0:1. Ein Eckball von Kevin De Bruyne in den Fünfer prallt Tim Payne an den Rücken. Der Ball springt Trossard vor die Füsse, der keine Mühe hat, aus nächster Nähe einzuschieben.
50. Minute, Leandro Trossard, 0:2. Die Belgier kombinieren sich geduldig vors Tor. Trossards erster Versuch wird noch geblockt, den Nachschuss versenkt der Arsenal-Star per Volley.
66. Minute, Kevin De Bruyne, 0:3. Der Napoli-Star zieht aus knapp 20 Metern frei zum Schuss ab und versenkt die Kugel trocken unten rechts.
84. Minute, Elijah Just, 1:3. Belgien-Goalie Thibaut Courtois kann eine Ecke nur bis zu Just klären, der aus dem Rückraum wuchtig zum Anschluss trifft. Belgien droht den Gruppensieg zu verpassen.
86. Minute, Romelu Lukaku, 1:4. Nicolas Raskin flankt von rechts in den Strafraum, wo Lukaku völlig frei steht und problemlos den Gruppensieg sichert. Zwei Einwechselspieler bringen den wichtigen Treffer.
90. + 4. Minute, Alexis Saelemaekers, 1:5. Lukaku legt an die Strafraumgrenze ab, wo Saelemaekers mit dem ersten Ballkontakt in die weite Ecke trifft.
Das gab zu reden
Der Neuseeländer Tim Payne wurde durch ein Internet-Phänomen bekannt. Der argentinische Fussball-Influencer Valen Scarsini verhalf dem «unbekanntesten WM-Spieler» zu knapp sechs Millionen Followern auf Instagram, indem er ihn vor der WM als «neuen Di Maria» ausrief. Ähnliches schaffte er schon mit dem liechtensteinischen FC Balzers (gut 400'000 Follower zu Höchstzeiten), im Falle von Payne war der Hype aber noch einmal ungleich höher.
Sportlich gesehen kann der Verteidiger aber nicht mit den Vorschusslorbeeren mithalten. Seine missglückte Abwehraktion vor dem 0:1 steht am Ursprung der Niederlage.
So gehts weiter
Belgien trifft im Sechzehntelfinal am Mittwoch um 22 Uhr Schweizer Zeit in Seattle auf einen Gruppendritten. Neuseeland ist ausgeschieden.






