Das Spiel
Stale Solbakken ist ein humorbefreiter Spielverderber! Da warten die 65'000 Fans in Boston (und die komplette Fussball-Welt) auf das Duell der beiden Super-Stürmer. Und was macht der Norwegen-Coach? Er lässt Erling Haaland (25) auf der Bank.
Kylian Mbappé (27) hingegen steht in der Startelf. Und er hätte um ein Haar das drittschnellste WM-Tor der Geschichte erzielt. Hakan Sükür brauchte vor 24 Jahren 11 Sekunden, Vaclav Masek an der WM 1962 deren 15, Mbappé trifft 19 Sekunden nach Abpfiff bloss den Querbalken.
Besser machts Ousmane Démbéle nach nur sechs Minuten. Es ist ein Tor mit Ankündigung, weil die Norweger gleich von Beginn an eingeschnürt werden. Auf insgesamt acht Positionen rotiert Solbakken, in der Innenverteidigung spielt mit Henrik Falchener (23) ein Spieler von Viking Stavanger mit der Erfahrung von 15 Länderspielminuten. Im Tor steht Ersatzgoalie Egil Selvik. Und der hat auch beim zweiten Dembélé-Treffer keine Chance.
Nach einer halben Stunde trifft der PSG-Star zum dritten Mal und stiehlt seinem Kollegen Mbappé endgültig die Show. Es ist der zweitschnellste Hattrick der WM-Geschichte, nur Österreichs Erich Probst war 1954 noch schneller.
Und was ist mit Haaland? Der hatte vor dem Spiel in einem Interview gesagt, dass Frankreich das Spiel gewinnen und wahrscheinlich auch Weltmeister werden würde. Nach drei Siegen in den ersten drei Spielen spricht nichts dagegen. Zumal es auch ohne Mbappé geht.
Die Tore
6. Minute, Ousmane Démbélé, 0:1. Oh là là Dembélé! Erst lässt der Weltfussballer seine Gegenspieler mit mehreren Haken ins Leere laufen, dann schliesst er aus halbrechter Position trocken ab.
20. Minute, Ousmane Dembélé, 0:2. Wie schon beim ersten Gegentreffer verlieren die Norweger in der Vorwärtsbewegung den Ball. Dembélé nimmt Fahrt auf, zieht nach innen und schliesst mit viel Gefühl aus 17 Metern ab.
21. Minute, Thelo Aasgaard, 1:2. Während die Franzosen noch am Feiern sind, treffen die Norweger. Upamecano lässt den Torschützen gewähren, der von der Strafraumgrenze aus abzieht. Goalie Maignan spekuliert auf die falsche Ecke.
32. Minute, Ousmane Dembélé, 1:3. Erneut legt sich der Superstar die Kugel auf den linken Fuss. Erneut trifft er ins lange Eck. Selvik streckt sich vergeblich.
90. Minute, Desiré Doué, 1:4, Joker Barcola flankt on der linken Seite und findet seinen PSG-Teamkollegen. Der köpfelt unbedrängt ein und erzielt seinen ersten WM-Treffer.
Das gab zu reden I
Das Wettbieten um Bayern-Star Michael Olise. 180 Millionen verlangen die Bayern, Real Madrid soll im Rennen um den 24-Jährigen die Nase vorn haben. Der gilt aktuell als einer der spektakulärsten Spieler auf diesem Planeten und war für die Bayern in bislang 107 Spielen an 96 Toren direkt beteiligt. Welt- und Europameister Patrick Vieira packt vor dem Spiel auf BBC gar die ganz grossen Vergleiche aus: «Wir hatten Zidane, wir hatten Platini, jetzt haben wir Olise.»
Das gab zu reden II
Die Franzosen müssen auf ihren Trainer Didier Deschamps verzichten, weil dessen Mutter verstorben ist. Gerne wäre die Equipe Tricolore gegen Norwegen mit Trauerflor aufgelaufen, doch die Fifa lehnte den Antrag der Franzosen ab.
Das gab zu reden III
Frankreichs Verteidiger Maxence Lacroix ist erst der dritte WM-Spieler, der ein x in Vor- und Nachnamen trägt. Nach den beiden Griechen Alexios Alexandris und Alexandros Alexiou, die 1994 an der WM teilnahmen.
So gehts weiter
Um 2 Uhr in der Nacht spielt Uruguay gegen Spanien und die Kapverden gegen Saudi-Arabien. Um 5 Uhr fordern die Neuseeländer Belgien und Ägypten trifft auf den Iran. Die Franzosen treffen im Sechzehntelfinal auf Schweden, Norwegen bekommts mit der Elfenbeinküste zu tun.






