Das Spiel
Die Erlösung für Portugal kommt in diesem Sechzehntelfinal spät: 94 Minuten sind in Toronto gespielt, als der eingewechselte Gonçalo Ramos eine Flanke von Rafael Leao zur erstmaligen portugiesischen Führung im gegnerischen Tor unterbringt. Es ist die Entscheidung in diesem Spiel – der noch spätere Ausgleich von Josko Gvardiol wird wegen Abseits einkassiert.
Mit dem Achtelfinal-Einzug seiner Portugiesen dauert es bis zum Ende der Nationalmannschaftskarriere von Cristiano Ronaldo mindestens ein Spiel länger – seine Schwester hat dieses kurz vor Spielbeginn angekündigt.
Und der portugiesische Superstar kann sich dabei gleich auch noch über das Ende eines Fluchs freuen: Erstmals trifft er an einer WM in der K.o.-Phase. Nach 68 Minuten sorgt er vom Penaltypunkt aus für den Ausgleich, nachdem Ivan Perisic das Skore eine Viertelstunde zuvor eröffnet.
Die beiden Tore umrahmen die erste turbulente Phase in diesem Spiel: In den Minuten zwischen 1:0 und 1:1 ist in Toronto mehr los, als in der gesamten ersten Halbzeit. Nach Perisics Führung legt Kroatien beinahe nach, doch schon das 2:0 zählt aufgrund einer Abseitsposition nicht. Auch Ronaldo steht bei seinem vermeintlichen Ausgleich etwas zu weit vorne. Irgendwann dazwischen trifft Rafael Leao für Portugal auch noch die Latte.
In der Schlussphase scheint Kroatien näher dran am Siegtreffer: Mateo Kovacic hämmert den Ball an den Pfosten und bleibt kurz darauf an einem mirakulösen Diogo Costa im Portugal-Tor hängen, dazu wird ein weiteres Tor von Petar Sucic wegen Abseits aberkannt. Und kurz vor Schluss köpfelt Pasalic den Ball nur am Tor vorbei.
So aber rückt die Verlängerung immer näher – bis Ramos die Kroaten für die mangelnde Chancenauswertung bestraft und den zweiten turbulenten Abschnitt des Spiels mit dem dritten kroatischen Abseitstor einläutet.
Die Tore
53. Minute, Ivan Perisic, 0:1. Josip Stanisic flankt den Ball ins Zentrum, wo Ruben Dias per Kopf direkt vor die Füsse von Ivan Perisic klärt. Dieser erwischt Portugal-Keeper Diogo Costa mit einem wuchtigen Abschluss zwischen den Beinen und macht sich zum alleinigen WM-Rekordtorschützen seines Landes.
68. Minute, Cristiano Ronaldo, 1:1 (Foulpenalty). Nikola Vlasic hält Gegenspieler Renato Veiga im eigenen Strafraum zurück – und Schiedsrichter Espen Eskas zeigt nach VAR-Intervention auf den Punkt. Der Elfmeter ist natürlich Chefsache: Cristiano Ronaldo tritt an und lässt Kroatien-Keeper Dominik Livakovic mit seinem Schuss in die Mitte keine Abwehrchance.
90.+4 Minute, Gonçalo Ramos, 2:1. Rafael Leao flankt den Ball punktgenau auf Joker Gonçalo Ramos. Dieser wird von gleich drei kroatischen Verteidigern um ihn herum nicht genügend gedeckt und köpfelt so zur späten portugiesischen Führung ein.
Das gab zu reden I
Auch wenn der Superstar in diesem Sechzehntelfinal über weite Strecken blass bleibt: Cristiano Ronaldo liefert in und um das Spiel in Toronto zahlreiche Geschichten. Da ist die Rücktrittsankündigung seiner Schwester kurz vor Spielbeginn, ein intensives Buh-Konzert von den Rängen in den Startminuten und ein wegen Abseits aberkanntes Tor nach rund einer Stunde. Später netzt der 41-Jährige dann doch noch ein – es ist sein erstes Tor in einer WM-K.o.-Phase. Und auch seine Auswechslung nach 81 Minuten geht nicht ohne Nebengeräusche über die Bühne: Ronaldo ist im ersten Moment sichtlich unzufrieden über den Entscheid seines Trainers.
Das gab zu reden II
Nach 103 Minuten liegt der Ball im portugiesischen Tor – und Kroatien jubelt über den späten Ausgleich. Jedoch nur vermeintlich: Schiedsrichter Eskas wird erneut an den VAR-Bildschirm gebeten. Dort sieht er, dass Vorlagengeber Marco Pasalic bei der Kopfballverlängerung von Igor Matanovic im Abseits steht. Dieser streitet eine Berührung ab, doch Eskas ist anderer Meinung und annulliert das Tor. So gibts in der Schlussphase noch ganz viel Drama.
So gehts weiter
Für Sieger Portugal geht es im Achtelfinal gegen Spanien weiter. Das iberische Prestige-Duell steigt am kommenden Montag um 21 Uhr Schweizer Zeit in Dallas. Kroatien muss dagegen die Heimreise antreten.






