Das Spiel
Wird Lamine Yamal irgendwann grösser sein als der grosse CR7? Aktuell spricht nichts dagegen. Weil das spanische Wunderkind mit 18 bereits Europameister ist und noch immer gute Chancen auf den WM-Titel hat. Cristiano Ronaldo ist 19, als er sein erstes grosses Turnier erlebt, die Heim-EM 2004. Dort sorgt er mit einem Sieg im letzten Gruppenspiel dafür, dass Spanien heimreisen muss, CR7 schaffts bis in den Final.
22 Jahre später verabschiedet sich die Ikone von der ganz grossen WM-Bühne. Gegen denselben Gegner wie damals. Mit einem Auftritt, der mit bescheiden noch nett umschrieben ist.
Wie ein einsamer Wolf bewegt er sich im Sturmzentrum, brauchbare Bälle aber sind selten. Kurz vor der Pause landet sein harmloser Abschluss in Unai Simons Händen.
Auch Yamal hat schon bessere Spiele erlebt. In der ersten Halbzeit scheitert er mit links an dem im Aargau aufgewachsenen Portugal-Keeper Diogo Costa, danach hebelt er mit einem Chip die komplette Abwehr der Portugiesen aus. Zählbares aber schaut für die Furia Roja nicht heraus.
Auch weil Dani Olmo und Mikel Oyarzabal in der ersten Halbzeit zwei Hochkaräter fahrlässig versieben. Es sind Chancen, die Cristiano Ronaldo wohl beide im Tor untergebracht hätte. Doch der Superstar kommt erst gar nicht in die entsprechenden Situationen.
Die Spanier hingegen finden kurz vor Schluss die Lücke im Bollwerk der Portugiesen und stehen dank Mikel Merino im Viertelfinal.
Für CR7 hingegen ist die WM vorbei. Nach 97 Minuten ohne nennenswerten Einfluss. Für Wunderkind Yamal beginnt sie erst richtig.
Das Tor
90.+1 Minute, Mikel Merino, 0:1. Rodri legt von der Mitte auf Torres, der Merino lanciert. Der kurz zuvor eingewechselte Joker kommt der Portugal-Verteidigung davon und bezwingt Goalie Costa mit einem Flachschuss in die linke Ecke.
Das gab zu reden I
Der letzte Tanz von CR7. Als der Superstar seine erste WM spielte, gab es noch kein iPhone. Und Italien war eine Fussballweltmacht. An sechs Weltmeisterschaften nahm CR7 teil, nun wird man den Superstar nicht mehr auf der ganz grossen Bühne sehen. Das hatte Ronaldos Schwester Katia Aveiro zuerst verkündet, wenig später bestätigte das auch der Superstar. Dieser geht standesgemäss mit einem Rekord. Im Eröffnungsspiel gegen den Kongo stellte er mit 41 Jahren und 132 Tagen den Rekord als ältester Feldspieler auf, der jemals bei einer WM-Endrunde in der Anfangsformation stand.
Das gab zu reden II
In einem früheren Leben war der englische Spitzen-Schiri Anthony Taylor Gefängniswärter. Entsprechend resolut kommentiert der Engländer seine Entscheidungen. Und er holt sich den Respekt der Superstars. Praktisch nie wird gemotzt, Taylor hat den Laden im Griff. Und zückt erst in der Nachspielzeit Gelb.
So gehts weiter
Spanien steht im Viertelfinal, wo am Freitag um 21 Uhr das Duell um den Halbfinal-Einzug gegen den Sieger der Partie zwischen Co-Gastgeber USA und Belgien (Dienstag, 2 Uhr) ansteht. Für Portugal ist die WM zu Ende.






