Das Spiel
Wie würde Uruguay das entscheidende Gruppenspiel gegen Spanien angehen? Nach den kolportierten Reibereien zwischen Trainer Marcelo Bielsa und einigen Spielern um die taktische Ausrichtung der Südamerikaner ist diese Frage von besonderem Interesse. Und im Spiel zeigt sich: In der Tendenz wählen die Uruguayer eher den Weg des offensiven Pressings von Trainer Bielsa.
Nur: Sie tun dies nicht wirklich erfolgreich, zu gross ist die spielerische Überlegenheit der Spanier. Das sieht bis an den Strafraum gut aus, danach fehlt aber die Präzision – Torszenen sind Mangelware. Bis zur 42. Minute: Da profitiert Alex Baena von einem Patzer Fernando Musleras und bringt die Spanier in Front.
Muslera muss zur Pause raus, wenig später folgt auch Captain Federico Valverde. Besser wird das Spiel der Uruguayer aber nicht, im Gegenteil: Offensiv treten sie kaum in Erscheinung. Der von Unai Simon parierte Versuch von Mathias Olivera nach 82 Minuten ist Uruguays erster Schuss auf das Tor in der gesamten Partie.
Das Aufbäumen kommt zu spät für den notwendigen Punkt gegen den Gruppenfavoriten, mit dem Uruguay noch auf ein Weiterkommen hätte hoffen können. Zum zweiten Mal in Folge scheitert der zweifache Weltmeister damit bereits in der WM-Gruppenphase. Der Frust ist gross: Augustin Canobbio sieht in der Nachspielzeit noch Rot wegen eines überharten Einsteigens. Spanien holt sich dagegen ziemlich glanzlos den Sieg in der Gruppe H.
Das Tor
42. Minute, Alex Baena, 0:1. Für Lamine Yamal ist auf der rechten Seite kein Durchkommen, wohl aber für Teamkolege Marcos Llorente, der anschliessend an den Ball kommt. Sein Zuspiel findet im Zentrum Alex Baena, der aus der Drehung heraus abschliesst. Der Schuss kommt ziemlich zentral aufs Tor, doch Uruguay-Keeper Fernando Muslera greift daneben – Spanien geht in Führung.
Das gab zu reden I
Spaniens 1:0 hat einen Beigeschmack: Das Tor fällt wenige Sekunden nach einem Zweikampf zwischen Pedri und Manuel Ugarte, nach dem der Uruguayer mit Schmerzen liegen bleibt und kurz darauf mit der Bahre vom Feld getragen werden muss. Den Spaniern, die aufgrund einer Pflegepause von Mikel Oyarzabal zu diesem Zeitpunkt nur zu zehnt spielen, ists egal – Fairplay geht anders. Oder ist es einfach eine Fügung des Schicksals? Im letzten Spiel gegen Kap Verde hat Uruguay aus einer ähnlichen Situation heraus ebenfalls ein Tor erzielt.
Das gab zu reden II
Schon beim 2:2 gegen Kap Verde sieht Uruguay-Torhüter Muslera bei beiden Gegentreffern nicht gut aus, beim 0:1 der Spanier patzt er erneut. Genug für Trainer Marcelo Bielsa, der Muslera zur Halbzeit durch Sergio Rochet ersetzt. Ein unrühmlicher letzter WM-Auftritt der 40-jährigen Goalie-Ikone, die seit 2010 an fünf Endrunden insgesamt 19 Partien bestritten hat.
So gehts weiter
Als Sieger der Gruppe H bekommt es Spanien im Sechzehntelfinal am kommenden Donnerstag um 21 Uhr Schweizer Zeit mit dem Zweitplatzierten der Gruppe J zu tun – also dem Sieger des Duells zwischen Österreich und Algerien (Sonntag, 4 Uhr). Für Uruguay ist das Turnier dagegen zu Ende.






