Das Spiel
Die Nebengeräusche vor diesem Achtelfinal sind nach der Intervention der US-Regierung und der anschliessenden Begnadigung von Rotsünder Folarin Balogun immens – was die USA aber mehr zu lähmen scheint als Belgien. Die Roten Teufel sind in Seattle von Beginn an hellwach: Schon in der ersten Minute feuert Timothy Castagne einen ersten Schuss ab, nach neun Minuten liegt Belgien dann in Führung.
Und als die USA mit ihrer ersten Chance der Partie ausgleichen, hat Belgien gleich die perfekte Antwort bereit: Nur zwei Minuten später liegt Belgien wieder in Führung, weil Charles De Ketelaere ein zweites Mal einnetzt.
Der Co-Gastgeber bleibt in der ersten Halbzeit weitgehend harmlos – und macht sich nach dem Seitenwechsel das Leben selbst schwer: Torhüter Matt Freese haut in den Boden und macht Hans Vanaken mit diesem Riesenbock den Weg zum dritten belgischen Treffer frei.
Es ist bereits die Vorentscheidung, denn: Defensiv macht Belgien genau das, was die Fifa nachträglich unterlassen hat: Es nimmt Balogun praktisch komplett aus dem Spiel. Ein einziges Mal feuert der Stürmer einen Schuss auf das belgische Tor ab – Thibaut Courtois pariert nach 81 Minuten aber stark und verhindert so eine brenzlige Schlussphase aus Sicht der Roten Teufel.
Für diese wird es in der Nachspielzeit noch besser, als der eingewechselte Romelu Lukaku das 4:1 erzielt – und die belgische Machtdemonstration krönt. Für die USA ist dagegen wie für die anderen Co-Gastgeber Kanada und Mexiko im Achtelfinal Endstation.
Die Tore
9. Minute, Charles De Ketelaere, 0:1. Nach einem Ballverlust am gegnerischen Strafraum bleiben die Belgier hartnäckig – und holen sich den Ball so zurück. Nicolas Raskin spielt diesen daraufhin flach ins Zentrum, wo Charles De Ketelaere in Position läuft und zur Führung abstaubt.
31. Minute, Malik Tillman, 1:1. Folarin Balogun wird am gegnerischen Strafraum von Brandon Mechele gefoult – Freistoss für die USA aus knapp 25 Metern. Malik Tillman läuft an und verwandelt wie schon gegen Bosnien direkt, weil Hans Vanaken in der belgischen Mauer den Ball unhaltbar für den eigenen Torhüter ablenkt.
33. Minute, Charles De Ketelaere, 1:2. Leandro Trossard schlägt von der linken Strafraumgrenze eine butterweiche Flanke vor das US-Tor, wo De Ketelaere höher als seine beiden Gegenspieler steigt und sich per Kopf zum Doppeltorschützen macht.
57. Minute, Hans Vanaken, 1:3. Was für ein Aussetzer von Matt Freese: Der Keeper kommt aus dem Tor, bleibt bei seinem Abschlag aber am Rasen hängen. De Ketelaere setzt nach und legt zurück auf Vanaken, der aus 30 Metern die Nerven behält und den Ball cool im verlassenen Tor versenkt.
90.+3 Minute, Romelu Lukaku, 1:4. Chris Richards lässt sich im eigenen Strafraum den Ball abluchsen, woraufhin Romelu Lukaku erbt und mit einem wuchtigen Abschluss in die untere rechte Torecke das vierte belgische Tor erzielt.
Das gab zu reden I
Natürlich der Fall Folarin Balogun: Der US-Stürmer wäre nach einer Roten Karte im Sechzehntelfinal gegen Bosnien eigentlich gesperrt gewesen, ist nach seiner Begnadigung nach Intervention der US-Regierung aber spielberechtigt. Dies sorgt wenig überraschend für zahlreiche Reaktionen. US-Trainer Mauricio Pochettino ists egal: Er stellt seinen besten WM-Torschützen in die Startelf – und sieht, wie seine umstrittene Personalie ein ganz schwaches Spiel einzieht: Der 25-Jährige bleibt 90 Minuten lang praktisch unsichtbar.
Das gab zu reden II
Nach den eher mässigen Auftritten an dieser WM greift Trainer Rudi Garcia durch: Im Achtelfinal belässt er Kevin De Bruyne und Jérémy Doku zunächst nur auf der Bank, nachdem er sie schon im letzten Spiel gegen den Senegal vor der Stundenmarke ausgewechselt hat. Und die Roten Teufel spielen ohne die beiden eigentlichen Stammkräfte so gut wie noch nie in diesem Turnier.
Das gab zu reden III
Amadou Onana und Christian Pulisic sind an diesem Abend in Seattle Leidensgenossen: Beide müssen im Verlaufe des Achtelfinals verletzt ausgewechselt werden. Der belgische Mittelfeldspieler knickt nach 20 Minuten unglücklich um, der US-amerikanische Flügelstürmer stösst nach einer Stunde mit Belgien-Captain Youri Tielemans zusammen. Damit müssen die USA in der Schlussphase ohne ihren wohl wichtigsten Spieler auskommen – und Onana zittert um weitere Einsätze an dieser Endrunde.
So gehts weiter
Nach dem Sieg gegen die USA geht es für Belgien im Viertelfinal gegen Spanien weiter. Diese Partie steigt am kommenden Freitag um 21 Uhr Schweizer Zeit in Los Angeles.






