Darum gehts
- Rote Karte für Nathan Ngoy nach ungeschicktem Verteidigerfehler
- Serbischer TV-Experte beleidigt schwarze Spieler rassisitisch
- Er behauptet, Schwarze könnten sich nicht 90 Minuten konzentrieren.
Belgien und Iran trennten sich gestern Abend (Schweizer Zeit) in ihrem zweiten WM-Gruppenspiel torlos. Beide Teams haben nun zwei Punkte, was vor der letzten Runde der Gruppe D für eine sehr spannende Ausgangslage sorgt. Mitverantwortlich für das zweite enttäuschende Unentschieden der Belgier war Verteidiger Nathan Ngoy (23), der in der 66. Minute nach einem kapitalen Fehler vom Platz gestellt wurde. Sein Aussetzer relativiert aber in keiner Weise den Skandal, für den das öffentlich-rechtliche Fernsehen Serbiens (RTS) im Anschluss an die Partie sorgt.
Der serbische Experte Rade Bogdanovic (56) analysierte die Partie im Studio und kritisierte dabei den Belgier weit unter der Gürtellinie. «Er versucht als letzter Verteidiger einen Ball, der sich kaum bewegt, mit rechts zu passen, verschiebt ihn dann aus Versehen mit links, verfehlt ihn deshalb und verursacht dann eine Rote Karte», fasst der einstige Nationalspieler Jugoslawiens die Szene zunächst korrekt zusammen. Doch dann folgt der grosse Eklat: «Ich bin wirklich kein Rassist, aber Schwarze Spieler können nicht länger als 60 bis 80 Minuten konzentriert bleiben.»
Bogdanovic zog zudem beleidigende Vergleiche zu seiner aktiven Zeit, während der er unter anderem 75 Bundesliga-Spiele für Bremen und Bielefeld absolvierte. «Ich habe mit ihnen zusammengespielt. Damals mussten wir sie (Schwarze Spieler, Anm. d. Red.) manchmal regelrecht bewachen, damit sie keine Fehler machen. So etwas darf auf WM-Niveau einfach nicht passieren.» Auch als ihn Moderator Stefan Bendic darauf hinweist, dass beispielsweise Frankreich mit vielen Schwarzen Spielern durchaus auch 90 Minuten gut spiele, bleibt er bei seiner Aussage. «Auch sie machen Fehler. Die grosse Mehrheit hat nicht die Konzentration», wiederholt er.
Der Artikel ist bereits auf sportal.blic.rs erschienen. Die serbische Newsplattform gehört wie Blick zum Ringier-Verlag.
