Auch ein Bundesrat sitzt im Public Viewing
Wie viele seiner Landsleute schaute auch Bundesrat Beat Jans (61) das Spiel der Nati in einem Public Viewing. Der Vorsteher des Justiz- und Polizeidepartements sass pünktlich um 5 Uhr im Berner Museumspark und erlebte dort mit, wie das Offensivduo «Manzambolo» die Nati gegen Algerien früh auf Kurs brachte und die Schweiz schliesslich ungefährdet den WM-Achtelfinal erreichte. Anders als sein Ratskollege Guy Parmelin (66), der die Partie live im Stadion in Vancouver mitverfolgte und dort mit seiner Schirmmütze mit der Aufschrift «Switzerland – Great Since 1291» für Aufsehen sorgte, verzichtete Jans auf eine Kopfbedeckung.
In Bern gibts Geschenke
Auch in der Kaffeerösterei Bern ist die Schweizer Nati am frühen Morgen ein Thema. Anlässlich des WM-Sechzehntelfinals verteilt das Team sogenannte «Aarebags» an die Gäste. Während draussen die Stadt langsam erwacht, wird der Schweizer Sieg hier mit Kaffee und einer kleinen Überraschung gefeiert.
Auf dem Bundesplatz hält der Arbeitsalltag ein
Während die Schweizer Nati den Einzug in die nächste Runde feiert, beginnt für Madlena (36) in der Berner Marktgasse längst der Arbeitsalltag. Jeden Morgen steht sie bereits um halb sechs Uhr auf, um ihren Blumenstand aufzubauen.
Mit Fussball kann sie allerdings wenig anfangen. «Natürlich habe ich kurz das Resultat gecheckt», sagt sie mit einem Lächeln. «Aber Fussball ist nicht mega meins.» Während ganz Bern über den 2:0-Sieg gegen Algerien spricht, konzentriert sich Madlena lieber auf ihre Blumen.
Schüler feiern Sieg mit Brunch auf dem Bundesplatz
Vor dem Bundesplatz versammelt sich am Morgen eine Schulklasse der NMS Bern. Für die Schülerinnen und Schüler steht heute der letzte Schultag vor den Sommerferien an – gefeiert wird mit einem gemeinsamen Brunch.
Mit etwas müden Augen geben mehrere Jugendliche zu, den Sechzehntelfinal der Schweizer Nati zu Hause vor dem Fernseher verfolgt zu haben. Die kurze Nacht scheint ihnen jedoch die Vorfreude auf die Ferien nicht zu verderben. Nach dem 2:0-Sieg der Schweiz dürfte der letzte Schultag ohnehin etwas leichter fallen.
Keine Politiker vor dem Bundeshaus
Blick macht sich nach dem Schweizer Sieg auf die Suche nach National- und Ständeräten – und wird zunächst nicht bei der Politik, sondern in der Küche des Bundeshauses fündig. Bundeshaus-Koch Patrick (34) spricht uns mit einem breiten Lachen an und muss uns vorerst vertrösten: Politiker seien um diese Uhrzeit schwer zu finden.
Selbstverständlich habe er den Sechzehntelfinal aber verfolgt, erzählt der Berner. Gemeinsam mit seinem Küchenteam habe er die Schweizer Nati unterstützt. Nach dem 2:0-Sieg dürfte die Stimmung im Bundeshaus heute Morgen also auch hinter den Kulissen bestens sein.
«Ich habe Glück, ich bin arbeitslos»
Die Schweiz gewinnt gegen Algerien und steht im Achtelfinal. Ein Fan wird befragt, ob er nun arbeiten gehe – und der Schweizer gibt eine legendäre Antwort.
Polizei «toleriert» Hupkonzert
Strenger Blick, grosses Lächeln: Als Blick bei anwesenden Polizeikräften nachfragt, ob das Hupkonzert nach dem Schweizer Sieg eigentlich erlaubt sei, fällt die Antwort diplomatisch aus. Der Tenor: Es wird toleriert.
Mit einem Augenzwinkern erzählen die Polizisten zudem, sie seien gerade erst aufgestanden, um sich das Spektakel anzusehen. Nach dem 2:0-Sieg der Nati scheint klar: Auch in Bern freut sich die Polizei über den Schweizer Erfolg. Wie viele heute wohl kontrolliert werden?
Sicherheitspersonal am Bahnhof Bern freut sich
Auch die Sicherheitsmitarbeitenden Osasu und Jürg am Bahnhof Bern verfolgen den Sechzehntelfinal der Schweizer Nati – wenn auch nur in kurzen Momenten. Ihre Schicht hat eben erst begonnen, regelmässig aufs Spiel schauen können sie deshalb nicht.
Umso grösser ist die Freude, als sie kurz einen Blick auf das Spiel auf unserem Handy werfen können. Auch für sie gilt an diesem Morgen: Die Arbeit geht vor – die Nati läuft trotzdem immer mit.
