«Kein Vertrauen in ihn»
Superstar Ronaldo wird nach Horror-Spiel in Heimat zerrissen

Portugal kommt zum WM-Auftakt gegen den Kongo nicht über ein 1:1 hinaus – und ist damit nicht einmal schlecht bedient. Entsprechend gross ist die Kritik im Land, insbesondere auch am blass gebliebenen Superstar Cristiano Ronaldo.
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Cristiano Ronaldo zieht beim WM-Auftakt gegen den Kongo einen schwachen Abend ein.
Foto: Anadolu via Getty Images
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Gian-Andri BaumgartnerRedaktor Sport

Das Positive vorweg: Cristiano Ronaldo (41) stellt am Mittwoch in Houston einen neuen Rekord auf – einfach, indem er gegen den Kongo in der Startelf steht. Das hat in einem WM-Spiel noch kein älterer Spieler geschafft.

Wirklich zum Feiern zumute dürfte es dem portugiesischen Captain aber nicht sein, denn: Ronaldo bleibt beim 1:1 über 90 Minuten hinweg blass. 25 Ballkontakte während der ganzen Partie sprechen eine klare Sprache. Sogar Torhüter Diogo Costa (26) kommt da mit 37 Berührungen auf mehr.

Kritische portugiesische Medien

Die Stimmen, die Ronaldo eher als Belastung denn als Unterschiedsspieler für die Nationalmannschaft ansehen, dürften so kaum leiser werden. Und tatsächlich zeigen sich die portugiesischen Medien anschliessend kritisch gegenüber ihrem Rekordnationalspieler.

«Portugal bleibt abhängig von Conceiçãos individuellen Spielzügen und dem Vertrauen in Ronaldo. Aber Vertrauen allein genügt nicht – schon gar nicht in den aktuellen Ronaldo», schreibt etwa die Tageszeitung «Publico». Und «A Bola» zieht den brasilianischen Ronaldo (49) herbei, um auszusprechen, was in Portugal wohl als Sakrileg gilt: «Es ist an der Zeit, dass die Welt endlich anerkennt, dass Lionel Messi der beste Spieler aller Zeiten ist.» Cristiano Ronaldos ewiger Rivale hat Argentinien in der Nacht auf Mittwoch mit einem Hattrick zum Startsieg über Algerien geführt.

Bleibt erneut die Reservistenrolle?

Auch die ausländischen Medien lassen kein gutes Haar an Portugals Nummer 7. «Portugal enttäuscht, CR7 noch mehr», titelt etwas die «Gazzetta dello Sport». Und die britische «Sun» übt sich im Wortspiel «All Gon Ron» («Es ist alles falsch gelaufen»).

Muss Ronaldo im zweiten Gruppenspiel gegen Usbekistan nun zu Beginn auf der Bank Platz nehmen? Durchaus möglich – und auch nicht ganz neu: Auch vor vier Jahren in Katar amtete er in den beiden K.o.-Spielen zunächst nur als Reservist.

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