«Rote Linie überschritten»
Uefa schlägt nach Balogun-Skandal Alarm

Die Uefa kritisiert scharf die Begnadigung von US-Star Folarin Balogun nach einer Roten Karte. Der Verband nennt die Entscheidung einen gefährlichen Präzedenzfall und sieht die Integrität des Wettbewerbs gefährdet.
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Folarin Balogun darf trotz einer Roten Karte im Sechzehntelfinal die nächste Partie bestreiten.
Foto: imago/ZUMA Press
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Andri BäggliRedaktor Sport

Der europäische Fussballverband Uefa bezieht nach der Begnadigung von US-Star Folarin Balogun eine klare Position. In einer Stellungnahme schreibt die Uefa: «Die gestrige Entscheidung, die automatische Spielsperre von einem Spiel nach einer Roten Karte gegen Folarin Balogun für ein Jahr auszusetzen, hat eine rote Linie überschritten.»

Fussball basiere wie jede andere Sportart auf Regeln, die die Grundlage für einen fairen, ehrlichen und transparenten Wettbewerb bilden, heisst es weiter. «Regeln sind mitunter auslegungsbedürftig. In diesem Fall jedoch nicht. Eine automatische Mindestsperre von einem Spiel nach einer Roten Karte ist keine Ermessensfrage und bedarf keiner Entscheidung eines zuständigen Gremiums. Es handelt sich um ein in den Statuten verankertes Prinzip, das keiner Ausnahme unterliegen darf, insbesondere nicht mitten in einem Turnier, in dem sich mehrere andere Spieler in derselben Situation befanden und ihre Sperre regulär abgesessen haben», schreibt der Verband.

Uefa geht nicht auf Politik ein

Es ist eine klare Ansage in Richtung der Fifa, dass man mit der Entscheidung überhaupt nicht einverstanden ist: «Wenn die Rechtssicherheit nicht mehr gewährleistet ist, steht die Integrität des Spiels auf dem Spiel und die Glaubwürdigkeit des Wettbewerbs wird untergraben.» Zudem schaffe diese Entscheidung einen Präzedenzfall in einem laufenden Turnier, da nun ähnliche Situationen genau gleich behandelt werden müssten, was laut der Uefa zum Nachteil des Wettbewerbs sei.

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Abschliessend schreibt die Uefa: «Wir zeigen uns fassungslos über diese beispiellose, unverständliche und nicht zu rechtfertigende Entscheidung.»

Einen grossen Kritikpunkt umschifft die Uefa allerdings: die Einflussnahme der Politik und der daraus resultierende Druck. Dass US-Präsident Donald Trump höchstpersönlich das Telefon in die Hand genommen hat, wird mit keiner Silbe erwähnt. Auch geht aus dem Statement nicht hervor, ob Einsprache gegen das Urteil eingelegt wird und wie der belgische Verband bei einem allfälligen Protest unterstützt werden würde. Bis 14 Uhr haben die Belgier Zeit, ihr Veto einzulegen.

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