«Sie schauen von irgendwo herunter»
Die traurige Geschichte von Kanada-Held Eustaquio

Vor einigen Jahren verlor Stephen Eustaquio innert kurzer Zeit beide Elternteile. Nun machte er sich zum kanadischen Helden – und hatte anschliessend mit den Tränen zu kämpfen.
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Erlöst Kanada im Sechzehntelfinal gegen Südafrika mit seinem Tor: Stephen Eustaquio.
Foto: ISI Photos via Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Kanadas Captain Stephen Eustaquio schiesst an Kanadas Heim-WM das Last-Minute-Tor gegen Südafrika
  • Er hat beide Eltern früh verloren: Die Mutter starb an einem Hirntumor, der Vater an einem Herzinfarkt
  • Eustaquio spielte in der U21 für Portugal und entschied sich dann für Kanada
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Gian-Andri BaumgartnerRedaktor Sport

Mit feuchten Augen tritt Stephen Eustaquio (29) nach dem Sechzehntelfinal gegen Südafrika (1:0) vor die TV-Mikrofone. «Alles, was ich tue, ist für meine Familie, meine Eltern, meine Freundin, meine Tochter, für meine Freunde zu Hause. Für alle», sagt der kanadische Captain, der sein Land nur Minuten zuvor mit seinem Last-Minute-Tor erlöst hat, sichtlich emotional.

Besonders die Gedanken an seine Eltern dürften ihn in diesem wohl grössten Moment seiner Karriere berührt haben: Er hat beide vor einigen Jahren innert kurzer Zeit auf tragische Art und Weise verloren. Erst starb seine Mutter 2023 während eines seiner Spiele mit Porto an einem Hirntumor, nur ein Jahr später erlitt sein Vater einen tödlichen Herzinfarkt.

«Eine der wichtigsten Figuren»

Gerade der Fussball habe ihm in dieser schweren Zeit geholfen, erzählt Eustaquio dem US-Magazin «The Athletic» vor zwei Jahren. «Wenn du jemanden verlierst, investierst du noch mehr in das, was du im Leben kontrollieren kannst», betont er – was an der Heim-WM nun auch dem kanadischen Nationalteam zugutekommt.

Auch Trainer Jesse Marsch weiss, was er an seinem Mittelfeldmotor hat. «Stephen ist wohl unsere mental reifste, sorgfältigste und sicherste Person im Team. Er geht manchmal etwas unter, aber er ist eindeutig eine der wichtigsten Figuren in diesem Projekt», lobte er Eustaquio schon im Rahmen der Copa América 2024.

Spielte einst für Portugal

Nun freut sich der 52-Jährige besonders für seinen Siegtorschützen: «Keiner hat einen solchen Moment wohl mehr verdient als Steph. Ich bin wirklich glücklich für ihn, und ich glaube, seine Eltern schauen von irgendwo herunter und haben das gesehen.»

Dass Eustaquio, der in der Rückrunde von Porto an den MLS-Klub Los Angeles FC ausgeliehen worden ist, für sein Geburtsland Kanada aufläuft, ist nicht selbstverständlich. Noch auf U21-Stufe spielte er für Portugal, dem Land seiner Eltern, in dem er auch einen grossen Teil seiner Jugend verbracht hat.

2019 entschied er sich dann aber für Kanada – und lässt nun im Co-Gastgeberland mit seinem Tor gegen Südafrika den WM-Traum weiterleben.

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