Vor dem Anpfiff des WM-Spiels zwischen der Schweiz und Katar empfängt die Fifa Stéphane Bise, den Präsidenten des FC Lutry. International dürfte sein Name kaum jemandem etwas sagen. In der Westschweiz steht er jedoch für eine der grössten Tragödien der letzten Monate: Sieben Nachwuchsspieler des Waadtländer Klubs Lutry kamen in der Silvesternacht beim Brand der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana ums Leben. Fünf weitere wurden schwer verletzt.
Insgesamt forderte das Feuer 40 Todesopfer, darunter 20 Minderjährige, die den Jahreswechsel feiern wollten. Die Schweiz ordnete daraufhin einen nationalen Trauertag an. Der FC Lutry verlor sieben seiner Junioren. Seitdem steht das Klubleben weitgehend still: Weisse Bänder schmücken den Zaun des Fussballplatzes, die traditionelle Revue wurde abgesagt, ein Schweigemarsch organisiert. Gleichzeitig wächst der Druck der Angehörigen, die Antworten und Gerechtigkeit verlangen.
Infantino gedenkt den Opfern
Auf Instagram erinnert Fifa-Präsident Gianni Infantino (56) an die Verantwortung des Weltverbands: «Während wir die inklusivste Weltmeisterschaft der Geschichte feiern, ist es wichtig, einen Moment innezuhalten und der Opfer der Tragödie von Crans-Montana sowie aller Betroffenen zu gedenken – darunter viele Menschen mit Bezug zum FC Lutry.»
Der Walliser rückte dabei den Präsidenten des kleinen Schweizer Klubs ins Zentrum: «Stéphane Bise, den Präsidenten des FC Lutry, vor dem Spiel zwischen der Schweiz und Katar zu empfangen, hatte für uns eine ganz besondere Bedeutung. Der Fussball lehrt uns Menschlichkeit, und unsere Gedanken sind bei den Familien, Freunden und Angehörigen aller Menschen, die von dieser Katastrophe betroffen sind.»

