«Wie ein Tritt in den Bauch»
Mexiko-Trainer schiesst wegen Anpfiff-Chaos gegen Fifa

Wegen Gewitterwarnungen erwägte die Fifa offenbar, den WM-Achtelfinal zwischen Mexiko und England nach vorne zu verschieben. An diesen Plänen gar keine Freude hat der Nationaltrainer des Gastgeberlands – es bleibt alles beim Alten.
Kommentieren
1/4
«Wie ein Tritt in den Magen»: Mexiko-Trainer Javier Aguirre hat kein Verständnis allfällige witterungsbedingte Verschiebungspläne des Achtelfinals gegen England.
Foto: FIFA via Getty Images
Gian–Andri_Baumgartner_Online Redaktor_Blick Ringier_3.jpg
Gian-Andri BaumgartnerRedaktor Sport

Für den Sonntagabend sind über Mexiko-Stadt heftige Gewitter angesagt. Genau dann spielt Co-Gastgeber Mexiko seinen WM-Achtelfinal gegen England – ein zu grosses Risiko für die Fifa, die die Partie deshalb offenbar um sechs Stunden hat vorverlegen wollen.

Statt um 18 Uhr (2 Uhr Schweizer Zeit am Montag) hätte der Anpfiff Medienberichten zufolge um 12 Uhr (20 Uhr Schweizer Zeit) erfolgen sollen. Die Fifa hat diese Pläne nie bestätigt. Dennoch bringen sie Mexiko-Trainer Javier Aguirre so richtig auf die Palme. Es fühle sich an wie «ein Schlag in den Magen, weil du alles ändern musst. Ich mag es überhaupt nicht und auch meine Spieler nicht», beklagt sich der 67-Jährige an einer Pressekonferenz.

Schwierige Akklimatisierung in Mexiko-Stadt

Aguirre gibt an, am Freitagnachmittag über die Pläne des Weltfussballverbandes informiert und dabei schon vor vollendete Tatsachen gestellt worden zu sein: «Ich kann ihre Gedankengänge und Argumente verstehen, aber niemand hat mich dazu befragt. Das ärgert mich sehr.»

Ebenfalls keine Freude an den Verschiebungsplänen hatte der englische Fussballverband FA. Gemäss dem britischen «Daily Mirror» sind die FA-Verantwortlichen «besorgt» über die möglichen Auswirkungen einer Vorverlegung gewesen. Gerade aufgrund der ungewohnten Höhenlage des Aztekenstadions auf über 2200 Metern über Meer gestaltet sich die Akklimatisierung noch etwas komplexer – ein um sechs Stunden früherer Spielbeginn hätte die Vorbereitung also umso mehr gestört.

Die Bedenken der beiden Verbände zeigen Wirkung: Die Partie soll nun wieder wie geplant um 18 Uhr beginnen – das Risiko von Gewittern und längeren Unterbrüchen, wie sie beispielsweise schon beim Gruppenspiel zwischen Frankreich und dem Irak vorgekommen sind, wird somit in Kauf genommen.

In diesem Artikel erwähnt
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen