Out in Wimbledon
Bencic frustriert – jetzt soll die Nati für Aufmunterung sorgen

Die Jagd nach Belinda Bencics erstem Grand-Slam-Titel wird weiter vertagt. Die Schweizerin unterliegt im Achtelfinal von Wimbledon der US-Amerikanerin Coco Gauff.
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Ein Start zum Verzweifeln: Belinda Bencic gerät zu Spielbeginn schnell mit 0:3 ins Hintertreffen.
Foto: Sven Thomann

Nacht-Spektakel in Wimbledon: Auf Court No. 1 misst sich Belinda Bencic (29, WTA 11) mit der zweifachen Grand-Slam-Siegerin Coco Gauff (22, WTA 7).

Bencics Box ist bei diesem wichtigen Match voll besetzt. Neben Papa Ivan Bencic, Ehemann sowie Fitnesscoach Martin Hromkovic, Physio Yannick Guillaumet und Manager Marijn Bal zählt Bencic diesmal auch auf eine besondere Unterstützerin: WTA-Tour-Kollegin Sorana Cirstea, aktuell die Nummer 18 der Welt und in Runde drei ausgeschieden, feuert die Ostschweizerin ebenfalls lautstark an.

Doch Bencic erwischt einen rabenschwarzen Start: Gleich bei erster Gelegenheit muss sie ihren Aufschlag abgeben. Und bei ihrem zweiten Service-Game sieht sie sich erneut mit zwei Breakchancen konfrontiert.

Statt 0:4 heisst es wenige Minuten später aber 3:3, denn: Bencic nutzt die Fehler ihrer Gegnerin – 24 allein im ersten Satz – plötzlich besser aus, wehrt die Breakchancen ab und schafft anschliessend gleich selbst den Service-Durchbruch. Damit ist sie endgültig in diesem Spiel angekommen – nach dem Break zum 5:4 gewinnt sie den ersten Durchgang schliesslich mit ihrem dritten Satzball.

Niederlage um Mitternacht

Weil Gauff ihre Fehlerzahl im Anschluss aber reduzieren kann, gestaltet sich das Spiel für Bencic komplizierter. So muss sie im zweiten Satz zwei gegnerische Breaks hinnehmen – zu viel für die Weltnummer 11: Gauff holt sich den zweiten Satz mit 6:3. Auch im entscheidenden Durchgang liegt sie fast immer ein Break in Führung. Um Mitternacht Schweizer Zeit ist der Spuk vorbei: 6:4, 3:6 und 4:6. Länger hätte trotz Dach aufgrund der Nachtruhe im Wimbledon-Village nicht gespielt werden dürfen.

Bencic kann damit den Halbfinal des letzten Jahres nicht bestätigen. Zum vierten Mal ist der Achtelfinal in Wimbledon Endstation. Gauff misst sich im Viertelfinal mit US-Landsfrau Jessica Pegula (WTA 4).

Sie drückt der Nati die Daumen

Nach der Partie zeigt sich Bencic niedergeschlagen. In der Medienrunde meint sie: «Momentan fühle ich nur eine Leere. Ich bin enttäuscht und frustriert, dass es wieder nicht geklappt hat gegen sie.» In den Direktbegegnungen gegen Gauff liegt sie nun mit 2:6 hinten. Das hat nach ihrem letztjährigen Top-Lauf in den Halbfinal auch Auswirkungen auf die Weltrangliste – ganze 540 Punkte fallen ihr aus der Wertung. Immerhin: Zumindest rangmässig bedeutet es kein wirklich grosses Abrutschen. Sie wird von Position elf auf Platz 14 zurückgereicht. Mit einigen guten Resultaten in diesem Jahr hat sie bereits vorgespurt – unter anderem mit dem erstmaligen Achtelfinal an den French Open.

Bencic sagt: «Ich will jetzt einfach nach Hause, um abschalten zu können.» Zu ihrem Ablenkungsprogramm wird wohl auch die Schweizer Fussball-Nati zählen, wie sie sagt. Sie werde den Achtelfinal gegen Kolumbien am Dienstagabend sicher verfolgen: «Jetzt kann ich mich dem wieder mehr widmen.»

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