Leitzins bleibt unverändert
US-Notenbankchef Warsh verzichtet nochmals auf Zinserhöhung

Die US-Notenbank Federal Reserve hält am bisherigen Leitzins von 3,5 bis 3,75 Prozent fest. Doch der neue Fed-Chef bleibt gefordert: Die Rufe nach einer Erhöhung dürften lauter werden, was man im Weissen Haus nicht gerne hört.
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Muss sich gestiegenen Inflationsrisiken stellen: US-Notenbankchef Kevin Warsh.
Foto: imago/ZUMA Press

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • US-Notenbank belässt Leitzins bei 3,5 bis 3,75 Prozent, fünfte Pause seit Dezember 2025
  • Inflation in den USA sank im Juni auf 3,5 Prozent
  • Trump verhängte neue Strafzölle gegen 60 Länder, Fed-Chef Warsh wartet ab
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Michael HotzTeamlead Wirtschafts-Desk

Auch bei der zweiten Zinssitzung unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh (56) schraubt die US-Notenbank nicht an den Zinsen: Die Währungshüter belassen den Leitzins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent – wie bereits bei Warshs Premiere Mitte Juni. Es ist die fünfte Zinspause in Folge. Zuletzt hatte die Federal Reserve im Dezember 2025 die Zinsen gesenkt, damals noch unter dem vorherigen Fed-Präsidenten Jerome Powell (73)

Dass die Notenbank nicht an den Zinsen schraubt, hatte im Vorfeld eine Mehrheit der Marktbeobachter und Finanzanalystinnen erwartet. Beschlossene Sache war es aber nicht: So gab es auch viele Stimmen, die von einem kleinen Zinsschritt um 0,25 Prozentpunkte nach oben ausgingen. Eine solch gespaltene Erwartungshaltung ist eher ungewöhnlich.

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Rufe nach Zinserhöhung mehren sich

Die Teuerung ist in den USA zuletzt etwas zurückgegangen, was den Druck für eine Zinserhöhung etwas abgeschwächt hat. Im Juni sank die Inflation auf 3,5 Prozent – nach 4,2 Prozent im Mai. Es war der erste Rückgang seit fünf Monaten. Das verschafft Warsh und seinen Kollegen zusätzlich Zeit, um die Auswirkungen der neuen Zölle aus dem Weissen Haus zu bewerten. US-Präsident Donald Trump (80) hatte letzten Freitag neue Strafzölle gegen 60 Länder verhängt – unter anderem eine Importabgabe von 12,5 Prozent gegen die Schweiz.

Gleichzeitig verhindert Fed-Chef Warsh mit dem Abwarten, dass er den Zorn von Trump auf sich zieht. Der US-Präsident plädiert ständig für tiefere Zinsen. Weil sich Powell den Wünschen aus dem Oval Office mehrfach widersetzte, entbrannte im letzten Jahr ein wüster Streit zwischen den beiden.

Und doch dürften sich die Rufe nach höheren Zinsen in nächster Zeit mehren. Bereits jetzt zeigen sich mehrere Fed-Vertreter besorgt über die anhaltend hohe Teuerung. Sie liegt nun bereits seit mehr als fünf Jahren über dem angestrebten 2-Prozent-Ziel. Und die wegen der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg wieder gestiegenen Ölpreise dürften die Inflation wieder befeuern.

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