«Extremisten haben in unserer Gesellschaft keinen Platz»
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Merz zum CSD-Attentat:«Extremisten haben in unserer Gesellschaft keinen Platz»

Anschlag in Berlin
Das sagen Bürgermeister, Innenminister und Bundeskanzler zum Terror

Nach dem schrecklichen Anschlag auf die CSD-Parade am Samstagabend in Berlin sprachen Innenminister Alexander Dobrindt (56) und Bürgermeister Kai Wegner (53) am Tatort. Auch Friedrich Merz äusserte sich zu dem Geschehenen. Blick fasst das Wichtigste zusammen.
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Friedrich Merz äussert sich vor dem Trauergottesdienst.
Foto: keystone-sda.ch
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Natalie ZumkellerRedaktorin News

Nur wenige Stunden nach dem schrecklichen Anschlag auf die CSD-Parade in Berlin ist die Betroffenheit riesig – nun sprachen auch Innenminister Alexander Dobrindt (56) und Bürgermeister Kai Wegner (53) am Tatort. Die Stellungnahmen erfolgten deutlich verspätet – statt, wie auf 12 Uhr angekündigt, erst gegen 14.20 Uhr. 

«Wir stehen fassungslos und tief erschüttert vor diesem schrecklichen Anschlag», begann Dobrindt seine Ansprache. Er betonte seine Bestürzung über den Anschlag und sprach den Betroffenen sein Mitgefühl aus. Eine Person verstarb, rund 29 Menschen seien verletzt, teils schwer.

«Wir sind fassungslos und tief erschüttert»
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Innenminister Dobrindt:«Wir sind fassungslos und tief erschüttert»

«Alles deutet auf islamistischen Terroranschlag hin»

Es deute alles darauf hin, dass es sich um einen «islamistischen Terroranschlag» handle. In dieser Ansicht wurde er auch von Kai Wegner bestätigt. Der Bürgermeister Berlins sprach in einer Rede nach dem Innenminister ebenfalls von einem Terror-Akt.

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Dobrindt warnt vor ähnlichen Taten bei anderen Grossanlässen in Deutschland – auch CSD-Paraden. «Sicherheitsmassnahmen müssen nochmals betrachtet, im Zweifelsfall auch deutlich erhöht werden», so der CSU-Politiker. Solche «schrecklichen Taten» wie diese könne man weiterhin nicht ausschliessen. Nachahmer könnten immer gefunden werden – das sei zwar «nicht typisch, aber auch nicht auszuschliessen».

Zum Tatablauf erklärte Dobrindt, Abdul Ballout (†21), ein deutscher Staatsbürger mit libanesischen Hintergrund, habe das Auto in die Menschenmenge gefahren und sei ausgestiegen, um mit einer Machete auf Passanten loszugehen. Derzeit würde gefundenes Handymaterial ausgewertet werden, um die Tat rekonstruieren zu können. Neben der laufenden Fahndung sei dies eine der Top-Prioritäten.

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Ballout ist zudem polizeibekannt. Er wurde bereits wegen verschiedener Delikte auffällig – eine Verurteilung erfolgte ebenfalls bereits einmal.

«Nach 22 Uhr wurde es dunkel, sehr dunkel»

«Berlin war bunt und vielfältig, hat gezeigt, wieso wir die Stadt der Freiheit sind. Nach 22 Uhr wurde es dunkel, sehr dunkel», erklärte Wegner zu Beginn seiner Ansprache. 

Der CSD sei vielleicht bewusst als Ziel ausgesucht worden, es sei jedoch «ein Angriff auf uns alle» gewesen, betonte der Bürgermeister wiederholt. Die Sicherheitsmassnahmen seien gross gewesen. Doch die Parade und das Festivalgelände selbst wären nicht zum Ziel – rund 400 Meter entfernt seien Berliner und Berlinerinnen und kommende und gehende Gäste getroffen worden.

Nun folgt eine Sondersitzung und ein Trauergottesdienst in der Berliner St. Marienkirche. Dort äusserte sich auch Bundeskanzler Friedrich Merz (70) zu dem Geschehenen.

«Gift des Terrorismus gegen unsere Freiheit»

«Uns bringt ein trauriger Anlass und zugleich eine verachtenswerte Tat zusammen», erklärt Bundeskanzler Friedrich Merz (70) vor der St. Marienkirche in Berlin. Seine Gedanken seien bei den Opfern des «terroristischen und islamistischen Anschlags». 

Er appellierte aber auch an alle Teilnehmenden des CSD in ganz Deutschland: «Lassen wir uns nicht einschüchtern. Diese Taten haben nur einen Zweck. Sie wollen unsere Gesellschaft spalten, sie wollen uns das wichtigste nehmen, was wir haben. Nämlich unsere Offenheit und unsere Freiheit.»

Man würde jetzt alles daran setzen, den Täter so schnell wie möglich zu fassen. Wie in einem früheren Tickereintrag berichtet, waren am CSD 2'200 Sicherheitskräfte im Einsatz. Nun müsse man über Konsequenzen «nachdenken», so der Bundeskanzler. Was er genau damit meinte, ist nicht klar – konkrete Massnahmen als Reaktion auf den Anschlag tönte er jedoch nicht an.

Für Straftäter habe man in der Gesellschaft keinen Platz – das «Gift des Terrorismus gegen unsere Freiheit» dürfe sich nicht weiter ausbreiten. 

Täter am Sonntagabend bei Einsatz erschossen

Am Sonntagmorgen äusserte sich der Bundeskanzler auf X bereits zu dem Anschlag. «Was für eine abscheuliche Tat in Berlin», schrieb er. «Hunderttausende Menschen aus aller Welt feierten friedlich beim Christopher Street Day. Sie wollten, dass wir gut und tolerant miteinander umgehen. Das ist ein Angriff auf unsere Gesellschaft.»

Am Samstag kam es gegen 22 Uhr am Rande des Christopher Street Day (CSD) im Berliner Tiergarten zu einem Anschlag. Ein Auto fuhr im Bereich des Ahornsteigs gezielt in eine dicht gedrängte Menschenmenge. Das Fahrzeug erfasste mehrere Menschen frontal. Nach rund hundert Meter prallte es mit voller Wucht gegen einen Baum.

Eine Frau erlag noch am Tatort ihren schweren Verletzungen. Mindestens 29 weitere Personen wurden teils schwer verletzt, drei von ihnen schwebten am Sonntag noch in Lebensgefahr. Mittlerweile ist jedoch auch ihr Zustand stabil. Der Täter Abdul Ballout (†21) wurde am Sonntagabend bei einem Einsatz in einer Gartenlaube im Berliner Bezirk Spandau von SEK-Einsatzkräften erschossen. 

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