Darum gehts
- Die Armasuisse kauft für 18,5 Millionen Franken Feldgerichte aus Estland
- Umfrage: 80 Prozent der Leser kritisieren den Import, fordern Fokus auf Schweizer Produkte
- Knapp 10'000 Umfrageteilnehmer – nur 14 Prozent befürworten den freien Markt
Schon wieder war die Schweizer Armee mit dem Einkaufswagen im Ausland. Obwohl sie für die Beschaffung von italienischem Apfelmus bereits kürzlich Kritik geerntet hat, importiert Armasuisse schon wieder Essen für unsere Soldaten. Für ganze 18,5 Millionen Franken bezieht das Bundesamt Feldgerichte aus Estland.
Armasuisse begründet die Entscheidung damit, dass der estnische Produzent Kommivabrik OÜ in ihrem Auswahlprozess schlicht am besten abgeschnitten hat. Sowohl bei qualitativen Kriterien als auch beim Preis habe die Firma die inländische Konkurrenz übertroffen. Bei vielen unserer Leserinnen und Leser hinterlässt diese Begründung einen üblen Nachgeschmack.
Die Mehrheit ist gegen Armeeverpflegung aus dem Ausland
Gemäss einer nicht repräsentativen Leserumfrage mit knapp 10'000 Teilnehmern stellen sich überwältigende 80 Prozent gegen den Import von Feldgerichten. Laut ihnen soll die Armee primär die heimische Industrie berücksichtigen.
Auf der anderen Seite berufen sich 14 Prozent auf den freien Markt. Schliesslich würden auch Schweizer Firmen ins Ausland liefern. Weitere 6 Prozent fordern das bestmögliche Essen für unsere Soldaten, egal woher es kommt. Auch in den Kommentaren haben die Kritiker die Oberhand.
«Swissness ist nur gefragt, wenn es nicht ums Geld geht»
Viele kritisieren die Schweizer Armee für ihre Auslandsbestellung. Werner Scheiber ist einer von ihnen: «Als ehemaliger Offizier blutet mir das Herz. Da betteln sie um Milliarden für Ausrüstung und vergeben im Gegenzug Essensaufträge ins Ausland. Das verstehe, wer will!» Roger Schmid stimmt zu: «Kampfflugzeuge aus dem Ausland sind eines, aber sicher nicht die Verpflegung!»
Rolf Egli unterstreicht: «Wir haben genug qualitativ hochwertige Produkte in der Schweiz. Gerade bei all den Klimaproblemen kann ich so was nicht nachvollziehen.» Celvin Maksic kritisiert: «Swissness ist scheinbar nur gefragt, wenn es nicht ums Geld geht.» Auch für Simone Meyer ist klar: «Billiger zulasten der Heimat ist einfach nur schäbig.»
Frederik Manafort spricht von Doppelmoral: «Aber der normale Bürger soll möglichst nicht im Ausland einkaufen. Gehts eigentlich noch?! Nicht einmal Bundesbetriebe kaufen im eigenen Land ein!»
«Das beste Angebot erhält den Zuschlag»
Trotzdem verteidigt ein Teil der Community den Entscheid von Armasuisse. Für Tanja Berger ist klar: «Das beste Angebot erhält den Zuschlag, egal ob aus der Schweiz oder nicht. So einfach ist es.» Oskar Fischer prangert die Kritiker an: «Erst wird über hohe Kosten des Militärs reklamiert. Wenn die Armee aber möglichst günstig einkauft, ist es auch nicht gut. Hauptsache immer reklamieren.»
Kurt Oberle merkt an: «Der Armee steht pro Soldat nur wenig Geld am Tag zur Verfügung. In der Schweiz drei Mahlzeiten pro Tag bereitzustellen, ist auch mit vernünftigen Preisen schwierig.» Auch Rolf Studer kommentiert: «Da in der Schweiz die meisten Produkte doppelt oder sogar dreimal so viel kosten, muss man sich nicht wundern.»