Schmähpreis
Diese fünf Autoprojekte verärgern die Alpenschützer

Die Umweltorganisation Pro Alps hat fünf Projekte für den «Teufelsstein» nominiert. Der Preis prangert Projekte an, die den Autoverkehr in den Alpen unnötig fördern. Unter Beschuss geraten unter anderem Luxusanlässe und ein Skiabo.
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Beim «SOC x Classic Driver» haben Superreiche freie Fahrt in den Alpen.
Foto: SOC

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Der Kanton Uri sperrt den Furkapass für Superreiche, Ticket kostet über 10'000 Franken
  • Umweltorganisation nominiert Supercar-Events für Schmähpreis «Teufelsstein»
  • Online-Abstimmung bis 31. August über sechs kritisierte Projekte
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Simone SteinerBundeshausredaktorin

Einmal im Jahr sperrt der Kanton Uri den Oberalp- und den Furkapass. Dann können Autobegeisterte mit ihren luxuriösen Sportwagen und Oldtimern ungehindert durch die Schweizer Bergwelt brausen. In den Genuss der freien Alpenroute kommen allerdings nur Superreiche: Ein Ticket kostet mehr als 10'000 Franken.

Die Umweltorganisation Pro Alps kritisiert die Symbolik des Events. Die Freigabe der Passstrassen für einen Luxusanlass, der Autos als Prestige inszeniere, widerspreche den Klimazielen. Zudem belaste die Supercar-Veranstaltung die Anwohnenden und den sensiblen Alpenraum. Pro Alps hat den Event darum für den «Teufelsstein» nominiert. Mit dem Schmähpreis prangert die Organisation Projekte an, die den Autoverkehr in den Alpen unnötig fördern.

Neben der Urner Supercar-Veranstaltung geraten vier weitere Projekte ins Visier der Alpenschützer. Dazu gehört auch das Parkhaus Stöckalp in Melchsee-Frutt OW. Die Korporation Kerns genehmigte im vergangenen November einen Baukredit von 8,2 Millionen Franken, um das Parkhaus von 232 auf 416 Plätze zu erweitern. Anstatt in den öffentlichen Verkehr zu investieren, werde so der Autoverkehr weiter gestärkt, schreibt Pro Alps.

Sportwagen auf dem St. Moritzersee

Unter Beschuss gerät auch der «I.C.E. St. Moritz». An dem Anlass werden Luxusfahrzeuge auf dem gefrorenen St. Moritzersee präsentiert. Im vergangenen Jahr führte der Event zu massiven Verkehrsbehinderungen im Oberengadin. Viele der rund 50 Fahrzeuge werden aus den USA oder Japan eingeflogen und anschliessend per Lastwagen ins Engadin transportiert.

In der Kritik steht auch der Magic Pass – eine Saisonkarte für rund 100 Bergbahnen. Laut Pro Alps belohnt das Angebot möglichst viele Tagesausflüge. Über 90 Prozent der Kundschaft reist gemäss Direktor Laurent Travelletti mit dem Auto an. Die Anreise werde im Konzept kaum berücksichtigt – die Folge seien überfüllte Parkplätze und verstopfte Zufahrtsstrassen an Spitzentagen.

Als letzter Kandidat auf der Liste für den Schmähpreis steht die «Grand Tour of Switzerland». Schweiz Tourismus lancierte die 1643 Kilometer lange Route im Jahr 2015. Sie führt Reisende mit dem Auto oder Motorrad durch alle Landesteile und über zahlreiche Alpenpässe. Pro Alps kritisiert, die nationale Werbekampagne animiere Gäste dazu, die Schweiz vor allem hinter dem Lenkrad zu entdecken.

Über den «Teufelsstein» kann noch bis zum 31. August 2026 auf der Website von Pro Alps abgestimmt werden.

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